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Animationsbild zur Illustration: So soll die Ventilus-Hochspannungsleitung einmal aussehen
Umwelt & Klima
Energie

Umstrittene Hochspannungsleitung in Flandern: Baubeginn für Ventilus möglich - Minister erteilt Umweltgenehmigung

Der flämische Umweltminister Jo Brouns (CD&V) hat die Umweltgenehmigung für Ventilus erteilt. Die Hochspannungsleitung verläuft mitten durch Westflandern und soll Strom von Offshore-Windparks an Land transportieren. Anwohner und Beschäftigte unter der Leitung hatten über 3.500 Einwände erhoben, da sie gesundheitliche Risiken befürchten. „Wir haben dafür vollstes Verständnis, aber Investitionen in ein zu verlässiges Stromnetz liegen im öffentlichen Interesse.“

Andreas Kockartz
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Ventilus verläuft über 85 km von Zeebrügge nach Avelgem, also quer durch die Provinz Westflandern, und soll das Hochspannungsnetz in Flandern und auch im Rest Belgiens dahingehend zu stärken und zu modernisieren, um Strom von Offshore-Windparks in der Nordsee ins Landesinnere zu transportieren. Dies ist notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den zukünftigen Energiebedarf zu decken. Das umstrittene Vorhaben soll dann in Wallonien durch die Hennegauer Schleife bis nach Courcelles verlängert werden.

Dass Ventilus von großem öffentlichen Interesse ist, war von Anfang an klar. Der größte Teil der Hochspannungsleitung wird oberirdisch verlaufen. Anwohner und Beschäftigte, die darunter wohnen und arbeiten, befürchten negative Auswirkungen der Magnetfeldstrahlung auf ihre Gesundheit. Sie haben über 3.500 Einwände eingereicht.

Genehmigung erteilt

Unter Berücksichtigung der Volksgesundheit hatte Umweltminister Jo Brouns bis heute (27. April 2026) Zeit, über die Umweltgenehmigung zu entscheiden. Er erteilt jetzt eine bedingte Genehmigung für die fünf verschiedenen Komponenten des Ventilus-Projekts. „Mit dieser Entscheidung schaffen wir Klarheit und ermöglichen Fortschritte“, so der Christdemokrat Brouns: „Ventilus ist ein wichtiges Projekt für die Zukunft Flanderns, das ein leistungsstarkes Stromnetz mit dem Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Bevölkerung verbindet. Die geopolitische Lage zeigt einmal mehr, wie wichtig strategische Investitionen in das Stromnetz sind.“

Investition in ein zuverlässiges Stromsystem

Stromnetzbetreiber Elia unterliegt strengen Auflagen, um Ventilus umweltgerecht zu realisieren. „Wir sind zufrieden, denn diese Entscheidung macht ein wichtiges Projekt möglich“, erklärt Projektleiterin Valerie Daloze: „Selbstverständlich werden wir die Auflagen der Genehmigung berücksichtigen. Wir werden sie sorgfältig prüfen und erst dann die nächsten Schritte für den Baubeginn einleiten.“

„Wir sind uns dessen bewusst, dass diese Entscheidung nicht für alle selbstverständlich ist“, fährt Valerie Daloze fort: „Sie wird bei den betroffenen Bürgern, Behörden und Unternehmen Fragen und Bedenken aufwerfen. Doch es ist unsere Pflicht als Netzbetreiber, in ein zuverlässiges Stromsystem zu investieren. Daher verstehen wir die Bedenken voll und ganz, aber im öffentlichen Interesse werden wir die Arbeiten tatsächlich beginnen.“

Elia möchte die Arbeiten noch in diesem Sommer starten. Gegen Ventilus sind zwar noch 25 Verfahren vor dem Staatsrat anhängig, doch Elia wird mit dem Bau nicht bis zum Abschluss der Verfahren warten. Die neue Hochspannungsleitung soll bis 2030 fertiggestellt sein.

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