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De Croo und Gennez während einer Pressekonferenz im Anschluss an die UN-Generalversammlung im Jahr 2023
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Kritik an Deutschland wegen Haltung im Gaza-Konflikt: Belgiens Premier De Croo pfeift Ministerin Gennez zurück

Premierminister Alexander De Croo distanziert sich von Äußerungen der Entwicklungsministerin Caroline Gennez in einem Interview mit Knack. Darin hatte sie unter anderem gesagt, Deutschland lasse sich von der israelischen Regierung "an der Nase herumführen". De Croo machte deutlich, dass die belgische Regierung diesen Standpunkt nicht teilt.

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Am vergangenen Mittwoch hatte sich Entwicklungsministerin Caroline Gennez (Vooruit, flämische Sozialisten) in einem Interview mit der Wochenzeitschrift Knack deutlich zum israelisch-palästinensischen Konflikt geäußert. Sie warnte vor ethnischen Säuberungen in Gaza und griff Deutschland scharf an.

Deutschland lasse sich "von der israelischen Regierung instrumentalisieren, die eine schamlose Kolonisierungspolitik betreibt", so Gennez. Sie fragte sich auch laut, ob Deutschland "zweimal auf der falschen Seite der Geschichte stehen will".

Deutschlands Botschafter in Belgien reagierte scharf

Der Vergleich mit der Judenverfolgung während des Zweiten Weltkriegs ging dem deutschen Botschafter Martin Kotthaus zu weit. Auf X (dem früheren Twitter) schrieb er, ein solcher Vergleich sei völlig unangemessen.

Er fügte sofort hinzu, dass Deutschland eine klare Position zu diesem Konflikt habe. "Israel hat das Recht, sich gegen den Terror der Hamas zu verteidigen, gleichzeitig muss Israel alles tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen", schrieb er unter anderem.

De Croo pfeift Gennez zurück

Nun hat auch Belgiens Regierungschef, Premierminister Alexander De Croo (Open VLD, flämische Liberale) Stellung bezogen. Im VRT-Morgenmagazin "De ochtend" auf Radio 1 sagte er, er wolle sich von den Äußerungen von Minister*in Gennez distanzieren. "Ich denke nicht, dass wir andere europäische Länder kritisieren sollten", erklärte er.

Nach Ansicht von De Croo ist es besser, sich auf die eigene Position in dem Konflikt zu konzentrieren. "Unser Land war eines der ersten europäischen Länder, das betont hat, dass es keine unschuldigen zivilen Opfer mehr geben darf. Andere Länder sind uns darin gefolgt."

Ich denke nicht, dass wir andere europäische Länder kritisieren sollten

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD)

"Belgien kann als Vorsitzender des Europäischen Rates andere europäische Länder zu einer einheitlichen europäischen Position anregen. Das ist der beste Weg, um Einfluss auf die Situation zu nehmen."

Aber ob die Zusammenarbeit mit Deutschland noch so reibungslos verlaufen wird? "Ich werde dafür sorgen, dass mögliche Falten ausgebügelt werden", zeigt sich De Croo überzeugt.

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