Die flämische Landesregierung hat am Donnerstag beschlossen, dass die Ventilus genannte Hochspannungsleitung, die Strom von den Off Shore-Windkraftanlagen in der Nordsee ins Hinterland befördern soll, größtenteils oberirdisch verlaufen soll. Viele Menschen, die entlang des Verlaufs der Linie leben, wollten Ventilus lieber unterirdisch angelegt sehen.
Die Ventilus-Hochspannungsleitung wird in erster Linie oberirdisch angelegt
Vor allem in der Provinz Westflandern, durch die der Hauptteil von Ventilus verlaufen wird, gab es Widerstand gegen die Hochspannungsmasten und die flämischen Christdemokraten CD&V, die viele Bürgermeister in den betroffenen Anrainerortschaften stellen, hatten Bedenken gegen die oberirdische Verlegung der Hochspannungsleitung. Doch auch die CD&V zeigt sich jetzt offen für die Planungen.
Die Studie des deutschen Experten Dirk Westermann konnte also überzeugen. Die CD&V möchte jetzt innerhalb der flämischen Landesregierung, die damit der oberirdischen Variante zustimmte, mögliche Gesundheitsrisiken diskutieren und Kompensierungen für die betroffenen Anwohner.
Westermann-Studie positiv bewertet
„Westermann hat alle Fragen der Bürgermeister beantwortet“, so CD&V-Minister Benjamin Dalle am Donnerstag: „Die Besprechungen mit ihnen waren essentiell. Ich habe Verständnis für ihre Sorgen, doch wir müssen jetzt nach vorne schauen und unsere Verantwortung übernehmen.“ Die Studie von Dirk Westermann wurde auf Drängen der Bürgermeister der Städte und Gemeinden entlang der Ventilus-Trasse erstellt.
Westermann sagte dazu, dass die unterirdische Option mit Gleichstrom derzeit technologisch nicht umsetzbar sei und damit wird die überirdische Variante mit Wechselstrom unvermeidlich - auch für die CD&V: „Wir nehmen die Studie von Professor Westermann zur Kenntnis und akzeptieren den Inhalt davon, aber auch die Schlussfolgerung.“
Die Gründe liegen auf der Hand: Ziel ist eine sichere Stromversorgung, ein stabiles Netzwerk, die nachhaltige Off Shore-Energie an Land zu bringen und ein Projekt, dessen Baukosten im Rahmen bleiben.
Gesundheitsrisiken abwägen und Entschädigungen
Die CD&V will aber noch individuelle Kompensierungen für die, die entlang der Ventilus-Trasse wohnen, besprechen, so Minister Dalle: „Was die Gesundheitsnormen betrifft, muss sehr deutlich sein, dass kein einziges Risiko für die Volksgesundheit und für die Anwohner besteht. Das ist für uns essentiell.“
Wer betroffen ist, der müsse zudem entschädigt werden, so der flämische Christdemokrat. Dafür ist der Netzbetreiber Elia zuständig und dies ist eine Zuständigkeit der föderalen Ebene. Flandern müsse aber auch seinen Teil dazutun.
„In den kommenden Tagen werden technische Fragen, die noch zur Sache geklärt werden müssen, gestellt. Das gilt auch für die weitere Ausarbeitung der Strahlennormen und für den dazugehörigen Abwägungsrahmen“, verlautet dazu von Seiten der flämischen Landesregierung.




