Die Stadtvereinigung Arau, die sich dem Schutz des städtischen Erbes widmet, hat bei der Region Brüssel-Hauptstadt einen Antrag auf Denkmalschutz für die kürzlich entdeckten Luftschutzkeller unter dem Südpalast gestellt. Arau hofft, damit die Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem Abriss zu bewahren. Der Palast soll für den Bau eines Tunnels für das U-Bahn-Projekt Metro 3 abgerissen werden, wie die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ meldet.
Brüsseler Stadtvereinigung fordert Denkmalschutz für die Luftschutzkeller unter dem Südpalast
Als Begründung für den Antrag nennt der Verein den hohen Denkmal- und Erinnerungswert dieses historischen Ortes. Mit diesem Antrag möchte Arau die Region Brüssel-Hauptstadt außerdem dazu bewegen, eine seriöse und objektive Bearbeitung des Falls Südpalast ohne Einmischung der regionalen Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB sicherzustellen.
Arau hat sich von Anfang an gegen das Metro-3-Projekt ausgesprochen, das inzwischen fast vollständig auf Eis gelegt wurde. Die Brüsseler Regierung will jedoch den Bau des neuen Tunnels unter dem Südpalast fortsetzen, für den dieser zumindest teilweise abgerissen werden muss. Am 9. September erstellte Arau eine historische Analyse des bedrohten Gebäudes vor. Die Stadtentwicklungsbewegung behauptet, damit die Existenz historischer Luftschutzbunker unter dem Südpalast aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs nachgewiesen zu haben. Diese Analyse wurde sowohl an die regionalen Behörden als auch an die Stadt Brüssel geschickt.
Nur vage Reaktionen
„Bislang hat lediglich die regionale Stadtplanungsbehörde Urban.Brussels den Empfang dieser Analyse, wenn auch nur vage, bestätigt, und es gab keinerlei politische Reaktion, die die Existenz der Bunker bestätigt. Schlimmer noch: Die Stadt Brüssel verweigert uns den Zugriff auf die Grundrisse und die Baupläne des Südpalastes, die es uns ermöglichen würden, die Geschichte dieser Bunker besser zu dokumentieren“, beklagt Arau.
„Denkmalwert der Bunker wird untersucht“
Die Brüsseler Staatssekretärin für Stadtplanung, Audrey Henry (MR, frankophone Liberale), musste sich am Montag im Brüsseler Regionalparlament mehreren Fragen zu den Kellern stellen. Sie bestätigte öffentlich die Existenz der Bunker. Laut ihrer Aussage war die Existenz dieser Keller weder Urban.brussels noch ihrem Kabinett oder anderen Beteiligten vor Erteilung der Abrissgenehmigung bekannt.
„Urban.brussels hat umgehend reagiert, sobald wir diese neuen Informationen erhalten haben“, versicherte Henry. Am 25. September organisierte die Behörde einen ersten Besuch mit den Beteiligten. Dabei wurde bestätigt, dass bestimmte Räume als Luftschutzbunker gedient hatten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Keller im Laufe der Zeit umfassend renoviert worden sind. Daher werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Überreste zu kartieren und ihren Denkmalwert objektiv zu bewerten.
„Darüber hinaus sieht die Genehmigung (für den Abriss des Südpalais, Red.) eine archäologische Begleitung der Arbeiten vor. Sollten die Untersuchungen neue Elemente zutage fördern, die besondere Maßnahmen erfordern, werden diese gemäß den geltenden Verfahren und von den zuständigen Behörden untersucht“, versprach sie. Für Arau beweist die ganze Angelegenheit, dass das Projekt zum Abriss des Südpalastes „und im weiteren Sinne das gesamte Metro-3-Projekt“ schlecht gemanagt wurde.


