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Unterirdischer Wegweiser zu Luftschutzbunkern unter dem Brüsseler Südpalast?

Sind unter dem Brüsseler Südpalast versteckte Luftschutzbunker? Studiengruppe fordert Baustopp für Untersuchungen

Unter dem Südpalast könnten sich Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Dies behauptet der Brüsseler Stadtentwicklungsverein ARAU nach Archivrecherchen. Die Organisation fordert daher archäologische und historische Untersuchungen, bevor die Arbeiten im Untergeschoss des Gebäudes fortgesetzt werden, wie die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ meldet. Der Südpalast steht faktisch den Arbeiten zum Bau der Metrolinie 3 im Wege und soll dafür teilweise abgetragen und wieder aufgebaut werden. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

ARAU (Atelier de Recherche et d’Action Urbaines/Forschungsatelier und urbane Aktionen) ist ein Brüsseler Studien- und Aktionsverein, der sich mit Stadtentwicklung, Stadtplanung und dem Erhalt des historischen Kulturerbes befasst. Laut ARAU liegen Hinweise dazu vor, dass zwischen 1940 und 1943 im Keller des Südpalastes Luftschutzbunker eingerichtet wurden. Der Verein stützt seine Behauptungen auf Zeugenaussagen und Recherchen in Archiven.

Hinweise an Wänden und historische Dokumente

Konkret stützt ARAU seine Behauptungen unter anderem auf alte Inschriften in den Kellern des Südpalastes, die zu den mutmaßlichen Bunkern führen. Der Verein konnte diese Hinweise kürzlich fotografieren (Foto oben). Darüber hinaus fand sie in den Archiven der Stadt Brüssel einen Plan und ein Inventar vom April 1941, die einen Luftschutzbunker unter dem Südpalast ausweisen. Auch ein städtisches Dokument aus dem Jahr 1943 erwähnt einen Luftschutzbunker unter dem Südpalast.

Laut ARAU sind weitere Untersuchungen notwendig, um festzustellen, ob die unterirdischen Räume heute noch in dieser Form existieren, welche Funktion sie während des Zweiten Weltkriegs genau erfüllten und welchen Denkmalwert sie besitzen. Daher fordert der Verein archäologische Untersuchungen, bevor weitere Arbeiten im Untergrund des Südpalastes zum U-Bahn-Bau durchgeführt werden.

Geplante Arbeiten

Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Südpalast aufgrund geplanter Infrastrukturarbeiten erneut im Fokus steht. Im Juni erteilte die Brüsseler Stadtverwaltung zum zweiten Mal eine Genehmigung für den Teilabriss des Gebäudes im Rahmen der Tunnelarbeiten für die zukünftige U-Bahn-Infrastruktur. ARAU lehnt diese Pläne ab und hatte bereits angekündigt, alle Möglichkeiten zur Verhinderung des Abrisses zu prüfen.

ARAU fordert die Stadt Brüssel daher im Zusammenhang mit dieser „Entdeckung“ dazu auf, die vollständigen Pläne des Südpalastes zugänglich zu machen. Laut dem Verein sind diese Dokumente notwendig, um die unterirdische Struktur des Gebäudes besser untersuchen zu können.

Brüsseler Vereine legen Einspruch gegen die zweite Abrissgenehmigung für den Südpalast ein

Die drei Stadtvereine ARAU, Bral (Umweltorganisation für ein nachhaltiges Brüssel) und Inter-Environnement Bruxelles (IEB, eine Bürgerinitiative zu urbanistischen, ökologischen und sozialen Themen in der Hauptstadt-Region) haben beim Staatsrat Einspruch gegen die Genehmigung zum Abriss und Wiederaufbau des Südpalastes eingelegt. ARAU wendet sich zudem gegen die Entscheidung der Brüsseler Regierung, das denkmalgeschützte Gebäude nicht als solches einzustufen.

Konkret wandten sich die drei Organisationen laut BRUZZ Anfang August an den Staatsrat gegen die am 16. Juni von der Region Brüssel erteilte zweite Abriss- und Wiederaufbaugenehmigung für den Südpalast.

Es handelt sich um einen Antrag auf Aufhebung und Aussetzung der Genehmigung, erklären die Aktionsgruppen. Sie beantragen die Aussetzung, „um zu verhindern, dass das MIVB das Genehmigungsverfahren überstürzt“, so die Vereine. Der Abriss des Südpalastes würde ihrer Ansicht nach „irreparablen Schaden für das architektonische und soziale Erbe Brüssels bedeuten“.

Darüber hinaus hat die gemeinnützige Organisation ARAU ein Beschwerdeverfahren gegen die Aufhebung und Aussetzung der Entscheidung der Brüsseler Regierung vom 11. Juni eingeleitet, das Schutzverfahren (Klassifizierungsverfahren) für den Südpalast nicht fortzusetzen.

Der Südpalast
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