Unia bereitet rechtliche Schritte gegen Nathan Cofnas (Foto) vor, einen umstrittenen Dozenten und Wissenschaftler an der Universität Gent (UGent). Unia ist eine unabhängige belgische öffentliche Stelle, die Diskriminierung bekämpft und Chancengleichheit fördert. Nach Angaben der Organisation stuft Cofnas Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe ein und untermauert dies mit wissenschaftlichen Argumenten. Unia vertritt die Ansicht, dass er damit möglicherweise gegen die belgische Anti-Rassismus-Gesetzgebung und die UN-Konvention gegen Rassendiskriminierung verstößt und beabsichtigt, den Fall vor Gericht zu bringen.
Unia bereitet eine Klage gegen den an der UGent tätigen Wissenschaftler Nathan Cofnas vor
Nathan Cofnas ist ein amerikanischer Philosoph, der als Dozent an der Universität Gent tätig ist. Er bezeichnet sich selbst als „Rassenrealist“. Seine Äußerungen und seine Forschung sorgen schon seit Längerem für Kontroversen.
Im August suspendierte die Universität Gent Cofnas vom Dienqt. Zudem leitete die Universität ein Disziplinarverfahren ein. Vorausgegangen war ein Online-Artikel, in dem Cofnas Jason Arday (Foto unten) - einen der wenigen schwarzen Professoren Großbritanniens - des Plagiats bezichtigt hatte. Arday trat daraufhin von seiner Position an der Universität Cambridge zurück. Kurz darauf wurde er tot aufgefunden.
Der Fall hat auch eine Debatte über die Freiheit von Akademikern ausgelöst, zu forschen und ihre Meinung zu äußern. Rund 800 Akademiker unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie argumentierten, die UGent dürfe Cofnas für seine Äußerungen nicht sanktionieren. Die Rektorin der Universität, Petra De Sutter, verteidigte das Vorgehen der Universität und betonte, dass die akademische Freiheit für die Universität Gent weiterhin von großer Bedeutung sei.
Das Disziplinarverfahren der UGent gegen Cofnas läuft noch. Die von Unia eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen den Wissenschaftler sind davon unabhängig.


