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Flämisches Technologieunternehmen testet als erstes in Europa ein vollautonomes Auto: „Keine Augen mehr auf die Straße!“

AIdoptation, ein Technologieunternehmen aus Sint-Truiden in Limburg, testet ein vollautonomes Fahrzeug auf der Autobahn. Anders als bei den meisten selbstfahrenden Autos muss man bei diesem System die Augen nicht mehr auf die Straße richten. „Während der Testfahrten sitzt natürlich ein Experte am Steuer, der bei Bedarf eingreifen kann“, erklärt Ingenieur Louis Jacobs.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der selbstfahrende Maserati von AIdoptation (Fotos) ist ein Fahrzeug der Stufe 4. Das bedeutet, dass der Fahrer theoretisch weder die Augen auf die Straße richten noch das Lenkrad festhalten muss. Laut Unternehmen ist dies das erste Mal in Europa, dass ein solches autonomes Fahrzeug auf öffentlichen Straßen getestet wird.

Das Unternehmen hat die Genehmigung erhalten, das Fahrzeug auf den Autobahnen E313 und E314 in der Provinz Limburg zu testen. Die Teststrecke umfasst insgesamt 100 Kilometer.

Vollständig autonom

„Das ist ein riesiger Schritt für uns“, sagt Ingenieur Louis Jacobs, der an dem Projekt arbeitet gegenüber VRT NWS: „Jetzt können wir unser System endlich auf der Autobahn testen.“

„Die meisten selbstfahrenden Autos sind primär für Fahrten in Städten bei niedrigen Geschwindigkeiten konzipiert und trainiert. Dieses Auto könnte in Zukunft völlig autonom auf der Autobahn fahren. Das ist ein großer Unterschied, denn bei 120 km/h reagiert ein Auto ganz anders“, so Jacobs.

„Der Unterschied zu beispielsweise einem selbstfahrenden Tesla liegt im Grad der Autonomie“, erklärt Jacobs. „Mit diesem System müssen Sie als Fahrer Ihre Augen nicht mehr auf die Straße richten. Sie können während der Fahrt tatsächlich etwas anderes tun.“

Die entsprechende Technikanlage

Tests mit Fahrer

Um es klarzustellen: Wir sind noch nicht ganz so weit. Das selbstfahrende Auto wird aktuell auf der Autobahn mit einem professionellen Fahrer getestet, der bei Bedarf eingreifen kann. Hauptziel des Tests ist es zu überprüfen, ob das Auto korrekt auf seine Umgebung reagiert. „Diese Tests dauern also nicht extrem lange“, sagt Jacobs.

„Natürlich testen wir das System auch unter Extrembedingungen oder zur Unfallvermeidung, aber das findet auf unserem eigenen Gelände statt“, so Jacobs weiter. „Solche Tests führen wir selbstverständlich nicht im öffentlichen Straßenverkehr durch.“

Kooperation mit Automobilherstellern

AIdoptation führtdie Tests mit einem Maserati durch. Das Unternehmen entwickelt lediglich das System und produziert keine eigenen Fahrzeuge. Daher sucht es Partnerschaften mit anderen Automobilherstellern.

„Die Gespräche laufen auf Hochtouren“, sagt Jacobs. „Langfristig hoffen wir, unser System in weitere bestehende Fahrzeuge integrieren zu können. Das ist aber natürlich noch Zukunftsmusik.“

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