Flanderns Verkehrsministerin Annick De Ridder (N-VA, flämische Nationaldemokraten) erteilt dem Fahren von selbstfahrenden Teslas im Straßenverkehr die Zulassung. Diese autonom fahrenden Autos dürfen auf allen Straßen in Belgien ohne Einschränkungen eingesetzt, so De Ridder. Allerdings muss der Fahrer das Autos überwachen und immer eingreifen können.
Flandern lässt selbstfahrende Teslas im Straßenverkehr zu - Zulassung gilt für ganz Belgien
Selbständig fahrende Autos sind jetzt auch in Belgien zugelassen. Das belgische Bundesland Flandern folgt damit dem Beispiel der Niederlande. In unserem Nachbarland sind autonom fahrenden Teslas, die über das sogenannte FSD-System (Full Self-Driving-System) gesteuert werden, schon einige Zeit zugelassen.
In den Niederlanden und auch in Flandern sind zuvor umfassende Tests mit diesen Fahrzeugen bzw. mit dem entsprechenden Steuersystem durchgeführt.
"Wir können auf die Erfahrungen der Niederländer aufbauen und müssen nicht selbst bei null anfangen. Dank der reibungslosen Zusammenarbeit mit unseren niederländischen Kollegen bei der RDW (die Nationale Straßenverkehrsbehörde in den Niederlanden, Red.) hatten wir Zugriff auf alle ihre Testdaten und eine verkürzte Testperiode reichte aus, um die Unterschiede in der Straßeninfrastruktur und den Verkehrsregeln zwischen den Niederlanden und Belgien zu beurteilen", so die flämische Verkehrsministerin in einer Pressemitteilung für die Zulassung.
Ihrer Ansicht nach können solche selbstfahrenden Autos durch ihren programmierten defensiven Fahrstil zu einer besseren Verkehrssicherheit auf Belgiens Straßen beitragen. "Schließlich zeigt es einen defensiven Fahrstil und kann in bestimmten Situationen schneller und konsequenter reagieren als menschliche Fahrer", so die Ministerin.
Die Autos, die mit diesem FSD-System ausgestattet sind, können nach Ansicht von Fachleuten rund 98 % alle möglichen Strecken im belgischen Straßenverkehrsnetz selbständig bewältigen. Ein Fahrer muss aber entsprechend der flämischer Zulassung immer am Steuer sitzen, um bei Bedarf sofort eingreifen zu können. Die Zulassung lässt die Verantwortung für das gesamte Fahren - auch bei Unfällen - beim Fahrer.
"Tesla hat seine Hausaufgaben gemacht"
Die FSD-Fahrzeuge wurden in den USA gebaut, getestet und für den Straßenverkehr vorbereitet. "Unser Straßennetz ist deutlich komplexer", sagte Steven Latré, KI-Verantwortlicher beim Forschungszentrum Imec in Löwen (Flämisch-Brabant) gegenüber VRT NWS: "Tesla hat seine Hausaufgaben gemacht. Vor der Zulassung in den Niederlanden wurden 13.000 Testfahrten absolviert, was 1,6 Millionen Kilometern Teststrecke auf europäischen Straßen entspricht."
"Auch die Technologie hat Fortschritte gemacht und gezeigt, dass diese Fahrzeuge gut selbstständig fahren können." Das System wird aber auch nicht fehlerfrei sein, so Latré: "Das betrifft jedoch Fehler, die auch uns Menschen unterlaufen können. Zum Beispiel, wenn wir an einer Kreuzung mit sechs oder sieben Straßen zwei- oder dreimal hinschauen müssen."

