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Die MPs aus Sachen, Michael Kretschmer und aus Flandern, Matthias Diependaele

Flandern und Sachsen unterzeichnen Kooperationsabkommen für das Einstein-Teleskop

Flandern und Sachsen haben eine Vereinbarung zur Vertiefung der Zusammenarbeit beim Einstein-Teleskop-Projekt, dem geplanten unterirdischen Observatorium für Gravitationswellen, getroffen. Die Vereinbarung erfolgt im Zuge der finalen Phase des Wettbewerbs um den Standort. 

Andreas Kockartz
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Der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA, flämische Nationaldemokraten) erörterte diese Woche mit seinem sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer (CDU) in Dresden die Zusammenarbeit nach der Angebotsabgabe. Er betonte, dass der gewählte Standort auf die Unterstützung aller Bewerber angewiesen sein werde, um das Projekt zu realisieren. Trotz Sachsens jüngster Allianz mit einem italienischen Bewerber Sardinien zeigte sich Diependaele weiterhin zuversichtlich hinsichtlich der Chancen Flanderns.

Am Mittwoch unterzeichneten die beiden Regierungschefs in Dresden eine Erklärung, in der sie „ihre gemeinsame Unterstützung für die bestmögliche Realisierung des Einstein-Teleskops im gemeinsamen Interesse Europas“ zum Ausdruck brachten. Die Vereinbarung umfasst eine engere Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie gemeinsame Forschungsprojekte, Ausbildungsinitiativen und Technologieentwicklung im Zusammenhang mit dem Projekt.

Drei Bewerbungen konkurrieren um den Standort des Teleskops: Die belgisch-niederländisch-deutsche Grenzregion Euregio Maas-Rhein, das deutsche Bundesland Sachsen und Sardinien in Italien. Sachsen arbeitet bereits mit Italien an einem L-förmigen Konzept mit zwei Detektoren, während die Euregio Maas-Rhein eine einzelne dreieckige Anlage vorschlägt. Die flämische Regierung hat 500 Mio. € zur Unterstützung ihres Vorschlags zugesagt. 

Flandern ist die technologisch stärkste Region Europas“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer

Sachsens Landesregierung wies auf besonders günstige geologische Bedingungen seines Bundeslandes hin, hat aber eine finanzielle Beteiligung noch nicht bestätigt. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte seinem flämischen Amtskollegen: „Sie haben in den letzten Jahren enorm viel in die Vorbereitung dieses Projekts investiert, egal wo es letztendlich realisiert wird. Meiner Meinung nach ist Flandern ohnehin die technologisch stärkste Region Europas.“

Diependaele betonte, dass die Zusammenarbeit unabhängig vom Ergebnis unerlässlich sei. „Niemand kann es allein schaffen“, sagte er.

„Aber ich glaube an unsere Chancen. Die zugesagten 500 Millionen erhöhen die Glaubwürdigkeit unserer Kandidatur, was ja auch die ausdrückliche Absicht war.“ Die endgültige Entscheidung über den Standort wird in der zweiten Jahreshälfte 2027 von einem unabhängigen wissenschaftlichen Komitee getroffen, das keinerlei Verbindungen zu den Kandidatenländern unterhält.

Und die Wallonie?

Das wallonische Parlament hat in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig einen Resolutionsantrag angenommen, der die Kandidatur der Euregio Maas-Rhein zur Ansiedlung des künftigen Einstein-Teleskops ebenfalls aktiv unterstützt. Ein Teil der Anlage würde sich auf dem Gebiet der Wallonie in der Provinz Lüttich befinden.

Die Resolution fordert vor allem, das Einstein-Teleskop angesichts seiner wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und internationalen Bedeutung zu einer strategischen Priorität für die Wallonie zu machen. Abschließend hebt die Resolution die erwarteten konkreten Vorteile für die Region hervor und betont die Bedeutung einer breiten gesellschaftlichen Verankerung des Projekts, insbesondere bei jungen Menschen.

Was ist das Einstein-Teleskop?

Das Einstein-Teleskop ist ein unterirdisches Observatorium der nächsten Generation, das Gravitationswellen nachweisen soll, die beispielsweise bei Kollisionen Schwarzer Löcher entstehen. Wissenschaftler sagen, die Daten könnten neue Einblicke in das frühe Universum liefern. Das Projekt wird hinsichtlich Umfang und Ambitionen oft mit dem CERN in der Schweiz verglichen. 

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