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Das stillgelegte Gelände des früheren Güterbahnhofs Montzen, wo heute fast nur noch Züge durchfahren

Beim Bau des Einstein-Teleskops in Limburg könnte der stillgelegte Güterbahnhof von Montzen eine logistische Rolle spielen

In Plombières (Provinz Lüttich, in Deutsch Bleyberg), nahe dem Dreiländereck in der Euregio Maas-Rhein, wurde am Montag eine symbolische Vereinbarung zum Einstein-Teleskop unterzeichnet. Sollte das Forschungsprojekt in die Voeren-Region in der flämischen Provinz Limburg kommen, wird die belgische Staatsbahn (NMBS/SNCB) den ehemaligen Güterbahnhof Montzen während der Bauzeit des Teleskops zur Verfügung stellen. 

Andreas Kockartz
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Montzen wird dann als Logistikzentrum dienen. Nächstes Jahr entscheidet Europa über den Standort des Einstein-Teleskops. Sardinien und Sachsen sind ebenfalls noch Kandidaten. Sollte das Einstein-Teleskop dann hierher vergeben werden, müssen die Millionen Kubikmeter Erde aus der Region abtransportiert werden - nicht per LKW, sondern per Bahn. Zu diesem Zweck unterzeichneten die Belgische Eisenbahngesellschaft (NMBS/SNCB) und ihre Infrastrukturtochter Infrabel am Montag eine Absichtserklärung mit dem Projektbüro des Einstein-Teleskops.

Montzen

Mit der Zustimmung von Infrabel und der NMBS kann das Bahngelände in Montzen, ehemals ein wichtiger Güterbahnhof an der Strecke zwischen Aachen/West und Antwerpen - die auch heute noch von Bedeutung ist - während der Bauzeit des Teleskops genutzt werden. Das 44 Hektar große Gelände wird derzeit nicht genutzt. Zur Messung von Gravitationswellen werden drei 10 km lange Tunnel im Boden der Maas-Rhein-Euregion gegraben. Sollte das Einstein-Teleskop in die Euregio kommen, müssten also in den kommenden Jahrzehnten große Erdmengen ausgehoben werden. 

Millionen Kubikmeter Erde fallen an

Hans Plets, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für das Einstein-Teleskop, erklärte am Montag auf einer Pressekonferenz in Montzen: „Drei 10 km lange Röhren, 250 Meter unter der Erde, fördern mehrere Millionen Kubikmeter Erde. Das ist eine enorme Menge. Deshalb ist diese Vereinbarung heute so wichtig. Wir wollen die umliegenden Dörfer so weit wie möglich schonen. Daher ist es wichtig, so wenige LKW wie möglich für den Aushub einzusetzen. Für den Transport nutzen wir die Züge von hier in Montzen aus.“

Wiederverwendung der ausgehobenen Erde

Das Projektbüro des Einstein-Teleskops hat bereits Pläne für die weitere Verwendung der Aushuberde erstellt. „Wir wollen die Erde so weit wie möglich wiederverwerten. Sie enthält Materialien, die beispielsweise zum Betonieren verwendet werden können“, so Hans Plets. „Letztendlich bleibt Material übrig, mit dem man hier vielleicht nichts anfangen kann, das aber andernorts nützlich sein könnte. Zum Beispiel zum Bau von Deichen oder zur Verfüllung alter Braunkohletagebaue. Dann muss dieser Boden transportiert werden. Diese Grundlage haben wir heute gelegt.“ 

Wirtschaftlicher Aufschwung neben wissenschaftlichen Erkenntnissen

Mit der Absichtserklärung zwischen den drei Parteien erwacht das stillgelegte Bahngelände in Montzen, wo eigentlich nur noch Lokwechsel vor Zügen privater Güterbahngesellschaften durchgeführt werden, zu neuem Leben. Die Unterzeichnung symbolisiert daher den wirtschaftlichen Mehrwert, den das Einstein-Teleskop – neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen – der Euregio bringen soll. „Wir haben hier eine sehr konkrete und sinnvolle Verwendung für ein Gelände, das wir nicht mehr nutzen“, sagte Dimitri Temmerman, Sprecher der Belgischen Bahn. „Wirtschaftlich ist dies wichtig für eine sehr große Region, für Belgisch- und Niederländisch-Limburg sowie für die Provinz Lüttich.“

Ausstellung in Hasselt beleuchtet die wirtschaftlichen Vorteile eines Projekts, das bis zu 1.500 Arbeitsplätze schaffen könnte

Auf dem Corda Campus in Hasselt wurde Anfang Juni die Ausstellung ET ECHO eröffnet. Diese neue Ausstellung hebt die technologischen und wirtschaftlichen Chancen hervor, die mit dem Einstein-Teleskop in der Euregio Maas-Rhein  verbunden sind, und richtet sich an Unternehmen, politische Entscheidungsträger und internationale Delegationen.

Mit dieser Initiative wollen die Organisatoren aufzeigen, wie sich flämische Unternehmen bereits jetzt in die Entwicklung dieses umfangreichen europäischen Forschungsprojekts einbringen können. Die Ausstellung ET ECHO ist eine Initiative der Flämischen Stiftung für Wissenschaftliche Forschung (FWO), der Limburger Wirtschaftsförderungsgesellschaft (POM Limburg) und ET-Vlaanderen, dem flämischen Projektteam, das die Bemühungen zur Ansiedlung des Einstein-Teleskops (ET) in dieser Euroregion koordiniert – dem grenzüberschreitenden Gebiet zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland.

Diese kostenlose Ausstellung zeigt, wie Unternehmen zu den technologischen Herausforderungen des Einstein-Teleskops beitragen und gleichzeitig die damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen nutzen können.

ET ECHO: Corda Camus, Kempische Steenweg 293/16, 3500 Hasselt

ET ECHO in Hasselt

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