Zum Hauptinhalt springen

Meisterwerk von Jacob Jordaens wird im Plantin-Moretus Museum in Antwerpen ausgestellt

Das Plantin-Moretus Druckerei-Museum in Antwerpen konnte ein außergewöhnliches Werk von Jacob Jordaens in seine Sammlung aufnehmen. Die flämische Landesregierung erwarb die Zeichnung „Der Triumph der Minerva“ für 125.000 € als Meisterwerk und stellt sie dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach dem Tod von Rubens und Van Dyck avancierte Jacob Jordaens (1593–1678) zum bedeutendsten Antwerpener Barockmaler seiner Zeit und wird oft in einem Atemzug mit den hier aufgezählten Künstlern genannt. Das Plantin-Moretus Museum beherbergt die wohl bedeutendste Sammlung von Zeichnungen von Jordaens weltweit.

Die Zeichnung „Der Triumph der Minerva“, die aus der Zeit von 1660 bis 1665 stammt, befand sich lange in Privatbesitz. Als der Besitzer das Werk außerhalb Flanderns verkaufen wollte, konnte die flämische Regierung gemäß einem besonderen Dekret (das sogenannte „Meisterwerks-Dekret“) eingreifen und verhindern, dass das Werk Flandern verlässt.

Laut der flämischen Regierung und dem Museum Plantin-Moretus handelt es sich um eine Zeichnung von außergewöhnlicher Qualität, die einen seltenen Einblick in Jordaens’ Schaffensprozess gewährt. Ob die Zeichnung jemals zu einem Gemälde ausgearbeitet wurde, ist nicht mit Sicherheit bekannt. Die zahlreichen Korrekturen und Anpassungen zeigen, wie der Künstler seine Komposition Schritt für Schritt entwickelte.

„Ungewöhnlich großes Werk“

„Es ist eine Zeichnung aus seiner Spätphase, die sich im Allgemeinen durch geringere Qualität und viele Wiederholungen auszeichnete, doch diese Zeichnung ragt deutlich heraus“, erklärte Kuratorin Virginie D’Haene vom Museum Plantin-Moretus. „Es ist ein qualitativ hochwertiges Werk mit einem für ihn neuen und komplexen Sujet, vielen Figuren und einem allegorischen Thema, das wir noch nicht vollständig entschlüsselt haben. Zudem ist es ein ungewöhnlich großes Werk.“

Im Plantin-Moretus-Museum in Antwerpen

Die Zeichnung zeigt den Sieg der römischen Göttin Minerva, Symbol der Weisheit, des Wissens und des Friedens, über den Kriegsgott Mars. Kunsthistorikern zufolge vermittelt die allegorische Darstellung eine klare Botschaft: Vernunft und Weisheit triumphieren über Krieg und Gewalt. Die Anwesenheit des Merkur, des Gottes des Handels, deutet zudem auf die Wiederaufnahme des internationalen Handels nach dem Ende des Krieges hin. „Es handelt sich also auch um eine aktuelle Botschaft“, erklärte das Plantin-Moretus Museum.

Frieden von Münster?

Laut D’Haene besteht die Hypothese, dass Jordaens das Werk in Bezug auf den Frieden von Münster schuf, der den Achtzigjährigen Krieg zwischen dem Spanischen Reich und der Republik der Vereinigten Niederlande beendete. Das Werk ist noch bis zum 5. Juli 2026 in einer Sonderausstellung im Museum zu sehen.

Anschließend wird es ins Depot zurückgebracht, da längere Lichteinwirkung an solchen Zeichnungen schwere Schäden verursachen kann. Die Zeichnung kann aber zukünftig auf Anfrage eingesehen werden. Sie wurde bereits digitalisiert und könnte damit in Zukunft in Fach- oder Sonderausstellungen gezeigt werden.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5