Nach sieben Jahren ist die St.-Jakobs-Kirche in Antwerpen fast vollständig restauriert. Die Rubens-Kapelle, in der der Maler Peter Paul Rubens begraben liegt, und ein Gemälde von Jacob Jordaens erstrahlen wieder in altem Glanz. Die Restaurierung war dringend notwendig. „Überall drang Wasser ein“, erklärte die die Restaurierung begleitende Architektin Stefanie Reyskens gegenüber VRT NWS.
Nach sieben Jahren erstrahlt die St.-Jakobs-Kirche mit dem Rubens-Grabmal in Antwerpen in neuem Glanz
Viele Antwerpener gehen daran vorbei, ohne zu wissen, dass der flämische Maler Peter Paul Rubens dort begraben liegt. Die Fassade der St.-Jakobs-Kirche im Antwerpener Studentenviertel lässt nicht sofort vermuten, dass sich dahinter eine so große Kirche verbirgt. In den vergangenen sieben Jahren wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt, um diese Kirche wieder in ihrem alten Glanz strahlen zu lassen.
Die Restaurierung war dringend notwendig: „Das Wasser drang von überall her ein“, sagte Architektin Stefanie Reyskens: „Es gab große Schäden. Deshalb war es unglaublich wichtig, zuerst die Außenfassade wind- und wasserdicht zu machen und die Buntglasfenster zu versiegeln. Diese waren nach einem Hagelsturm im Jahr 2014 beschädigt worden.“
Rubenskapelle
Insgesamt wurden rund 13 Mio. € für die Restaurierung bereitgestellt, die 2019 begann. Sie erfolgte in zwei Hauptphasen. Zuerst wurde die Westseite mit dem Hauptschiff und den Seitenschiffen in Angriff genommen. Anschließend folgte die Ostseite mit der berühmten Grabkapelle von Rubens. So blieb die Kirche während der gesamten Bauzeit zumindest teilweise zugänglich.
Zwischen 2022 und 2026 wurde das Innere der Rubenskapelle restauriert. Das zentrale Altarbild „Madonna mit Kind, umgeben von Heiligen“ von Rubens, der gesamte Altar, die Grabinschrift und beide Grabdenkmäler wurden renoviert.
„Angesichts des bevorstehenden Rubens-Jahres ist die Restaurierung seiner letzten Ruhestätte zugleich ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk und eine Hommage an diesen Antwerpener Giganten und flämischen Barockmeister“, so Stijn De Rooster (N-VA), Antwerpens Beigeordneter für religiöse Angelegenheiten.
„Zentrum der städtischen Elite“
Das Gemälde „Der wundersame Fischfang“ von Jacob Jordaens wurde in einem offenen Atelier im Museum Snijders & Rockox House restauriert und hängt nun wieder an seinem angestammten Platz in der Kirche. Bis Ende 2028 werden in der Kirche weitere mittelgroße und kleinere Restaurierungsarbeiten durchgeführt.
„Die St.-Jakobs-Kirche nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte unserer Stadt ein“, sagte Bürgermeisterin Els van Doesburg (N-VA, flämische Nationaldemokraten): „Jahrhundertelang prägte sie zusammen mit der Kathedrale die Antwerpener Skyline und bildete das Zentrum der städtischen Elite.“
Die Kirche ist ab dem 15. Mai täglich von 14 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.
