Einer der letzten Holocaust-Überlebenden in Belgien besuchte diese Woche den Ort seiner Flucht vor den Nazis. In Tongeren-Borgloon (Provinz Limburg) sprang er aus einem fahrenden Deportationszug - dem mittlerweile berühmten Deportationszug Nr. 20 (siehe weiter unten). Schulen der umliegenden Gemeinden haben gemeinsam eine Ausstellung über seine Geschichte gestaltet.
Der Holocaust-Überlebende Simon Gronowski kehrte noch einmal nach Tongeren-Borgloon zurück, wo er aus einem Deportationszug fliehen konnte
Simon Gronowski kehrte erneut an den Ort seiner Flucht vor den Nazis zurück. „Ich war 11 Jahre alt, als die Nazis mich gefangen nahmen“, erzählte der 94-jährige Simon Gronowski, einer der letzten Holocaust-Überlebenden Belgiens: „Ich war einen Monat im Gefängnis, dann packten sie mich, meine Mutter und meine Schwester in einen Viehwaggon.“
Der XX. Deportationszug Zug fuhr am 19.April 1943 von der Kaserne Dossin in Mechelen nach Auschwitz-Birkenau. „Ich saß mit 50 anderen Menschen zusammen; alle weinten“, erzählt er. Seine Mutter half ihm beim Aussteigen, als es jemandem gelang, die Türe des Viehwaggons zu öffnen. Später wurden sie und seine Schwester in den Gaskammern vergast. Sein Vater starb wenig später.
Schulkinder gestalten Ausstellung über seine Geschichte
Anlässlich des Befreiungstages am 8. Mai gestalten 500 Kinder aus Grundschulen in Tongeren-Borgloon, Heers und Wellen in der flämischen Provinz Limburg eine Ausstellung zum Leben und zu den Erlebnissen von Simon Gorowski im VIIO-Zentrum in Borgloon.
Sie lernten im Unterricht Simons Geschichte kennen und nahmen an Präsentationen und Workshops über seine Erlebnisse und sein Leben teil.
Mithilfe von Kunstwerken, Videos oder Musikstücken zeigten die Schulkinder Simon, was sie von seiner Lebensgeschichte halten. Gorowski war tief bewegt: „Es berührt mich sehr, dass Kinder meine Geschichte nacherzählen. Das bedeutet mir wirklich viel. Es bewegt mich sehr. Ich finde es außergewöhnlich, dass sie das für mich tun.“


