In Mons in der wallonischen Provinz Hennegau hat am Montag der Prozess gegen den Fahrer und den Beifahrer eines Autos begonnen, das vor einigen Jahren Strépy-Bracquegnies bei La Louvière in einen Karnevalsumzug gerast war. Dabei kamen 7 Menschen ums Leben und Mehr als 80 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.
Prozessauftakt zum Strépy-Drama: Angeklagter will Verantwortung übernehmen
Beim Prozessauftakt in der eigens dazu umgebauten Messehalle von Mons sagte der Hauptangeklagte Paolo Falzone, dass er die Verantwortung für die Toten und Verletzten übernehme. Es habe sich dabei um einen Unfall gehandelt, sagte dessen Anwalt, der sich dagegen verwehrte, dass sein Mandant mit Absicht in den Umzug gefahren sei.
Im Gerichtssaal in der Messehalle von Mons hatten sich rund 400 Zuschauer und Pressevertreter eingefunden. Hinzu kamen noch etwa 200 Kläger, mehrheitlich Zivilkläger, und über 250 Zeugen. Viele davon hatten nach Meldungen in den Medien den Aussagen und Schuldbekenntnissen des Hauptangeklagten keinen Glauben geschenkt.
Paolo Falzone, der Fahrer des Wagens, der mit hoher Geschwindigkeit in den Karnevalszug raste, drohen bis zu 30 Jahren Haft. Seinem Bruder Antonio Falzone, dem als Beifahrer unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen wird, droht ebenfalls Gefängnis. Der Prozess könnte anderthalb bis zwei Monate dauern.
Hintergrund
Am 20. März 2022 raste Paolo Falzone in der Ortschaft Strépy in der Provinz Hennegau in einen Karnevalszug. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben und 81 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Falzone war danach weitergefahren, angeblich unter Schock, wie er in Verhören angab. Falzone, der als Raser und Autofreak bekannt war und der wiederholt gegen Gesetze und Regeln verstieß, fuhr 105 km/h in einer 50er-Zone, als er auf den Umzug stieß. Kurz zuvor hatte er noch 174 km/h drauf, was er selbst noch gefilmt hatte, um dies danach in den sozialen Medien zu veröffentlichen.



