Der belgische Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber Infrabel, ein Tochterunternehmen der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB investiert bis 2032 mehr als 20 Mio. € in das Eisenbahnnetz der Provinz Limburg. Ein Großteil der Investitionen dient der Modernisierung der Infrastruktur für Verteidigungszwecke. So wird beispielsweise der Rangierbahnhof in Leopoldsburg wieder in Betrieb genommen. Zudem wird zwischen Mol und Neerpelt, einem Teil der historischen Bahnverbindung „Eiserner Rhein“ zwischen Antwerpen und dem Ruhegebiet, ein zusätzliches 14 Kilometer langes zweites Gleis an der Strecke gebaut.
Infrabel investiert mindestens 20 Mio. € in Bahnverbindungen in Limburg, in Bahninfrastruktur für Verteidigung und in den „Eisernen Rhein“
Die Mittel werden frei, da Infrabel zwei Großprojekte bis mindestens 2030 verschiebt. Zum einen betrifft dies die Güterbahnstrecke zwischen dem North Sea Port und Terneuzen. Zum anderen wird auch das Projekt zur Verbesserung der Barrierefreiheit des Bahnhofs Antwerpen-Berchem verschoben. Die geplanten Ausgaben werden daher teilweise in den nächsten Mehrjahresplan nach 2032 aufgenommen.
Insgesamt stehen Infrabel bis dahin 124,5 Mio. € zur Verfügung. Darüber hinaus stehen weitere 52 Mio. € europäischer Unterstützung zur Verfügung. Diese Mittel fließen in vier neue Projekte – drei in Flandern und eines in Wallonien – sowie in zusätzliche Investitionen in die Häfen und die Erreichbarkeit von Bahnhöfen in Flandern und Brüssel.
Militärischer Güterverkehr in Leopoldsburg
Eines dieser Projekte beinhaltet gezielte Investitionen zur Anpassung des Schienennetzes an die Bedürfnisse der Verteidigung. Hierfür werden insgesamt 21,5 Mio. € bereitgestellt. Ein Großteil davon fließt nach Limburg. Auch im Rangierbahnhof Leopoldsburg (in Limburg) wird investiert. „Er liegt direkt neben der Kaserne und wird modernisiert“, erklärte Thomas Baeken von Infrabel. Um besonders lange Güterzüge abfertigen zu können, werden in Leopoldsburg neue 750 Meter lange Gleise verlegt.
„Dadurch kann die Armee dort Güterzüge sehr schnell be- und entladen. So kann bei Bedarf umgehend reagiert werden und Ladungen können schnell abgewickelt werden. Aus demselben Grund werden 750 Meter lange Gleise verlegt. Diese ermöglichen die Aufnahme besonders langer Güterzüge,“ so Baeken weiter.Das erneuerte Gleispaket soll bis 2028 fertiggestellt sein.
Der „Eiserne Rhein“
Das andere große Limburger Projekt ist die Strecke zwischen Mol und Neerpelt im Verlauf des „Eisernen Rheins“. „Wir verlegen dort ein zweites Gleis. Es handelt sich um eine 14 Kilometer lange Strecke. Das kostet 16,5 Mio. €. Im Kontext des ‚Eisernen Rheins‘ ist das eine bedeutende Investition. Es geht dann nicht nur um Militärtransporte, sondern auch um den Güter- und Personenverkehr.“
Was bedeutet das für den „Eisernen Rhein“? „Wir wollen uns als verlässlicher Partner erweisen“, antwortete Baeken auf eine konkrete Frage von VRT NWS: „Wir setzen um, was die Bundesregierung letztendlich im Dossier beschließt. Es dürfte klar sein, dass diese Verbindung aus verschiedenen Gründen wichtig ist.“
„Deshalb investieren wir in zusätzliche Kapazität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit“, so Baeken weiter: „Es handelt sich um eine wichtige Strecke auf der Ost-West-Achse. Das gilt nicht nur für Militärtransporte, sondern für alle Güter, die nach Osteuropa transportiert werden. Angesichts der aktuellen Lage sind solche Investitionen notwendig.“



