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Inland
Politik

Gespräche über die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke „Eiserner Rhein“ für die militärische Mobilität werden wieder aufgenommen

Belgien, die Niederlande und Deutschland beschleunigen die Gespräche über die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke „Eiserner Rhein“, einer Strecke aus dem 19. Jahrhundert, die den Hafen von Antwerpen mit dem deutschen Ruhrgebiet verbindet. Dies erfolgt angesichts wachsender Sicherheitsbedenken gegenüber Russland seitens der EU und der NATO.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Im März hatten flämische Politiker bereits die Idee einer Wiederinbetriebnahme der Strecke ins Spiel gebracht. Nun berichtet Politico, dass die Gespräche unter der Leitung von Premierminister Bart De Wever wieder aufgenommen wurden.

Die Strecke, die im Ersten Weltkrieg von Deutschland gebaut wurde und die im Zweiten Weltkrieg für die Alliierten von entscheidender Bedeutung war, ist seit 1991 weitgehend ungenutzt. Sie verband auf direkten Schienenweg den Antwerpener Hafen mit dem deutschen Ruhrgebiet.

Belgien sieht in dieser Bahnverbindung eine Möglichkeit, sowohl die Wirtschaft als auch die militärische Mobilität der EU zu fördern, insbesondere da andere Eisenbahnstrecken überlastet sind. So ist diese Strecke als Hinterland-Verbindung des Fusionshafens Antwerp-Bruges in Richtung Deutschland sowie Ost- und Südeuropa eine interessante Ergänzung.

Die Niederlande bremsen

Die Niederlande sind weniger begeistert. Ein kurzer Abschnitt der Strecke verläuft parallel zur bestehenden Betuwe-Güterbahnlinie zwischen Rotterdam und dem Ruhrgebiet und niederländische Verantwortliche befürchten, dass der „Eiserne Rhein“ Antwerpen auf Kosten von Rotterdam stärken könnte.

Dennoch sagen Analysten, dass EU- oder NATO-Finanzmittel, für die ab 2027 17 Mia. € für militärische Mobilität vorgeschlagen wurden, die niederländische Unterstützung beeinflussen könnten.

Jahrzehntelange politische Querelen

Zu den früheren Streitpunkten gehören Umweltkosten, die laut einem Schiedsspruch aus dem Jahr 2003 größtenteils Belgien zu tragen hat, es sei denn, die Niederlande profitieren direkt davon.

Deutschland ist generell für die Wiederbelebung, obwohl der Abschnitt im Niederrheinischen umstritten ist und der weitere Anschluss zwischen Aachen und Köln bereits überlastet ist und technische Herausforderungen mit sich bringt.

Die belgische Bundesregierung, die flämische Landesregierung und die EU hoffen, dass die Notwendigkeiten innerhalb der Sicherheitspolitik endlich die jahrzehntelangen politischen Querelen überwinden wird. Wie ein Verkehrsexperte in Politico feststellte: „Die Niederlande halten den Schlüssel in der Hand.“

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