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Vor genau 10 Jahren wurde Brüssel von islamistischen Terroranschlägen heimgesucht

Vor 10 Jahren, am 22. März 2016, verübten Terroristen zwei Anschläge, einen am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem (Flämisch-Brabant) und den anderen in der Metrostation Maalbeek in Brüssel. Insgesamt starben 35 Menschen und rund hunderte Personen wurden verletzt. Die fünf Terroristen, die die Anschläge verübten, standen in Verbindung mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Alle fünf von ihnen waren nach Europa zurückgekehrt, nachdem sie in Syrien für den IS gekämpft hatten.

Andreas Kockartz
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Ursprünglich war die Rede von 32 Opfern bei den Anschlägen, 16 am Flughafen Brussels Airport und 16 in der U-Bahn-Station Maalbeek im Brüsseler Europa- und Regierungsviertel, sowie von 3 Terroristen, die bei den Anschlägen als Selbstmordattentäter ihr Leben verloren.

In den Jahren nach den Anschlägen wurden jedoch drei weitere Namen in die Liste der Opfer aufgenommen. Das waren zwei Geschädigte, die eine Zeit später an den Folgen der Anschläge gestorben waren, und eine Frau, die aufgrund der schweren psychischen Folgen mit Sterbehilfe aus dem Leben schied.

Das Zivilverfahren zu den Schadensersatzzahlungen an die Opfer und Hinterbliebenen der Brüsseler Anschläge vom 22. März 2016 ging Ende Oktober 2024 zu Ende - rund 8 Jahre nach den Attentaten. Das Verfahren betraf 980 Klagen zu insgesamt 1.216 Opfer. 

Brussels Airport: Die drei Attentäter kurz vor der Explosion

Was geschah am 22. März 2016?

Drei Terroristen, Ibrahim El Bakraoui, Najim Laachraoui und Mohamed Abrini, begaben an jenem schicksalhaften Dienstagmorgen mit Koffern voller Sprengstoff von der Gemeinde Schaarbeek aus zum Flughafen nach Zaventem. Nach monatelanger Fahndung durch die Sicherheitsbehörden war der Rest der Terrorzelle, die zuvor am 15. November 2015 in Paris zugeschlagen hatte, eingekesselt worden und schlug nun zu. Wenige Tage zuvor, am 18. März 2016, war Salah Abdeslam – damals einer der meistgesuchten Terroristen Europas wegen seiner Beteiligung an den blutigen Pariser Anschlägen – in der Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek festgenommen worden. Dies war der definitive Auslöser für die Brüsseler Anschläge.

Zwei der drei Terroristen kamen bei den Explosionen in der Abflughalle von Zaventem ums Leben. Mohamed Abrini ließ schließlich sein mit Sprengstoff gefülltes Gepäck zurück und verschwand in der Menge und kehrte zu Fuß nach Schaarbeek zurück. Etwas mehr als eine Stunde später explodierte eine weitere Bombe rund 10 Kilometer vom Flughafen entfernt in der Metrostation Maalbeek in Brüssel, unweit des Europaviertels. Khalid El Bakraoui – Ibrahims jüngerer Bruder – sprengte sich inmitten der vielen Pendler auf dem Weg zur Arbeit in die Luft. Auch hier gab es, wie schon am Flughafen Zaventem, mehrere Todesopfer. Brüssel wurde an diesem Tag abgeriegelt. Die Terrororganisation IS bekannte sich zu den Anschlägen.

Der Taxifahrer, der Ibrahim El Bakraoui, Laachraoui und Abrini zum Flughafen gebracht hatte, ging noch am selben Morgen zur Polizei. Dank seines Hinweises konnten die Ermittler das Versteck der Terroristen in der Max-Roosstraat in Schaarbeek ausfindig machen. Dort fanden sie Material, mit dem die Täter weitere Sprengsätze herstellen konnten. Mohamed Abrini und Osama Krayem, der Mann, der sich ebenfalls in der U-Bahn in die Luft sprengen sollte, sich aber ebenfalls aus dem Staub machte, wurden schließlich am 8. April in Anderlecht festgenommen. 

Am Flughafen nach dem Anschlag
Maalbeek nach dem Anschlag

Prozess

Im Juli 2023 wurden sechs Täter wegen terroristischen Mordes, versuchten terroristischen Mordes und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen. Salah Abdeslam, der bereits wegen der Pariser Anschläge vom November 2015 und einer Schießerei mit der Polizei in der Driesstraat in Vorst verurteilt worden war, erhielt keine zusätzliche Strafe. Die anderen Angeklagten wurden zu Haftstrafen zwischen 20 Jahren und lebenslänglich verurteilt. Zwei weitere Täter wurden ausschließlich wegen ihrer Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung verurteilt.

Entschädigungen

Am 31. Oktober 2024 wurde auch der zivilrechtliche Teil des Terrorprozesses mit dem Urteil über die Entschädigung der Opfer abgeschlossen. Über 18 Mio.€ wurden an 980 Überlebende und Angehörige von Todesopfern zugesprochen. Laut Angaben des Branchenverbands Assuralia werden insgesamt 140,9 Mio.€ von Versicherungen an die Opfer ausgezahlt. Der Opferfonds zahlte zudem 6,5 Mio. € an Opfer aus, die keine Entschädigung von ihrer Versicherung erhalten konnten.

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