Die Zusammensetzung der neuen Regierung in der Brüsseler Hauptstadt-Region steht. Boris Dilliès (MR) ist der neue Ministerpräsident. Wie erwartet, behält Dirk De Smedt (Anders) das Amt des Haushalts- und Finanzministers, während Elke Van den Brandt (Groen) weiterhin für Mobilität zuständig ist. Les Engagés hat mit dem Tech-Unternehmer Laurent Hublet einen Newcomer ins Kabinett entsandt.
Einen Tag nach Unterzeichnung des Koalitionsvertrags trafen sich MR (frankophone Liberale), PS (frankophone Sozialisten), Les Engagés (frankophone Zentrumspartei), Groen (niederländischsprachige Grüne), Anders (niederländischsprachige Liberale), Vooruit (niederländischsprachige Sozialisten) und CD&V (niederländischsprachige Christdemokraten), um die Ämterverteilung in der neuen Brüsseler Regionalregierung zu klären: MR, PS, Les Engagés, Groen und Anders erhalten jeweils ein Ministeramt - MR, PS und Vooruit entsenden jeweils einen Staatssekretär in die Regierung.
So sieht die Regierung unter Ministerpräsident Dilliès aus:
Boris Dilliès (MR): Ministerpräsident
Der 53-jährige Liberale folgt Rudi Vervoort (PS) als Brüsseler Ministerpräsident nach. Dilliès wird außerdem für Sicherheit, Prävention und die Feuerwehr zuständig sein.
Elke Van den Brandt (Groen): Ministerin für Mobilität, öffentliche Arbeiten, Verkehrssicherheit und Tierschutz
Wie erwartet, hat Groen sein Wunschressort erhalten: Mobilität. Elke Van den Brandt bleibt daher im Amt. Das bedeutet, dass sie die neue Version des Mobilitätsplans „Good Move“ selbst entwerfen kann.
Dirk De Smedt (Anders): Minister für Haushalt, Finanzen, Öffentlichen Dienst und Digitalisierung
Dirk De Smedt behält seinen Posten. Der Liberale kann sich jetzt mit dem Haushalts- und Finanzressort, das er seit Oktober 2025 in der geschäftsführenden Regierung schon innehatte, auf das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts im Jahr 2029 konzentrieren.
Ans Persoons (Vooruit): Staatssekretärin für Umwelt & Klima, Stadterneuerung, Kulturerbe und Image von Brüssel
Überraschenderweise übernimmt Ans Persoons das Ressort Umwelt und Klima. In der vorherigen Legislaturperiode war dieses Ressort von einem Minister (Alain Maron von den frankophonen Grünen Ecolo) besetzt und wird üblicherweise nicht an eine Staatssekretärin vergeben. Persoons verliert ihr Amt als Stadtplanungsministerin, kann sich aber weiterhin um Stadterneuerung, Kulturerbe und das Image von Brüssel kümmern.
Ahmed Laaouej (PS): Minister für Soziales und Solidarität, Kommunalverwaltung, Chancengleichheit und Schulförderung
Wie erwartet wird Ahmed Laaouej Minister für Kommunalverwaltung, Chancengleichheit und Gesundheit. Laaouej ist das einzige Regierungsmitglied mit Migrationshintergrund. Kritiker sind der Ansicht, dass dies nicht wirklich einem Spiegel der multikulturellen Brüsseler Gesellschaft entspricht. Ahmed Laaouej ist ein Politiker mit langjähriger politischer Erfahrung. Er war unter anderem Abgeordneter im belgischen Bundesparlament, PS)Fraktionsvorsitzender in der Abgeordnetenkammer, Senator und Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde Koekelberg. Zudem leitete er den Untersuchungsausschuss zu den Panama Papers.
Laurent Hublet (Les Engagés): Minister für Beschäftigung und Wirtschaft
Les Engagés sicherte sich das Ressort Beschäftigung und Wirtschaft und überraschte mit der Ernennung des Tech-Unternehmers Laurent Hublet, bekannt für seine Bürgerinitiative „Ich bin Brüssel“. Der, wie auch MP Dilliès aus der Brüsseler Gemeinde Ukkel stammende Hublet ist außerdem Mitbegründer des Technologiecampus BeCentral.
Audrey Henry (MR): Staatssekretärin für Stadtentwicklung, Raumplanung und Sauberkeit
Zusätzlich zum Ministerpräsidentenamt beanspruchte die MR auch das Amt einer Staatssekretärin. Dieses Amt geht an Audrey Henry, die derzeitige Bürgermeisterin der Brüsseler Gemeinde Schaarbeek. Sie wird für Stadtplanung, Raumplanung und Sauberkeit zuständig sein.
Karine Lalieux (PS): Staatssekretärin für Wohnungsbau, Taxigewerbe und Sportinfrastruktur
Die französischsprachigen Sozialisten übernehmen auch das Wohnungsbauministerium. Dieses Amt wird die ehemalige Bundesministerin Karine Lalieux übernehmen.
Benjamin Dalle (CD&V): Vorsitzender des Rates der Flämischen Gemeinschaftskommission
Das einzige CD&V-Mitglied im Brüsseler Parlament wird Vorsitzender des Rates der Flämischen Gemeinschaftskommission ablösen. Dalle betont, dass er dadurch Einfluss auf Kultur, Soziales und Bildung nehmen kann. Darüber hinaus wird er als Beobachter an den Sitzungen der Brüsseler Regierung teilnehmen dürfen. So bleibt er über die Aktivitäten und Dokumente der Regierung informiert: „Wenn ich etwas für wichtig halte, kann ich um eine Einladung in den Ministerrat bitten.“


