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Politik

Die Region Brüssel-Hauptstadt hat eine Regierung: Was sind die Pläne für die kommenden Jahre?

Nach mehr als 600 Tagen Verhandlungen hat die Region Brüssel-Hauptstadt eine Regierung. Am Donnerstagabend wurde eine Einigung über die wichtigsten Punkte eines Koalitionsprogramms erzielt. Was will die neue Regierung unter Führung der frankophonen Liberalen von MR in den kommenden Jahren erreichen?

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Am Donnerstagabend konnten sich die Liberalen von MR und Anders, die sozialistischen Parteien PS und Vooruit, die Zentrumsparteien Les Engagés und CD&V sowie die flämischen Grünen (Groen) auf einen Koalitionsvertrag einigen. Noch sind nicht alle Inhalte bekannt, aber Flanderninfo listet hier bereits die wichtigsten Punkte auf.

Haushalt und Finanzen

  • Der Brüsseler Haushalt soll bis 2029 ausgeglichen sein. Das bedeutet, dass bis dahin mehr als 1 Milliarde Euro eingespart werden muss.

  • Die Brüsseler Verwaltung wird grundlegend reformiert, unter anderem durch Fusionen verschiedener Einrichtungen.

  • Der Einstellungsstopp, der seit Ende 2023 bereits für die meisten Behörden gilt, bleibt bestehen.

  • Das Kanal-Museum muss deutlich sparen. Es erhält noch Mittel, um Ende November 2026 zu eröffnen, muss danach aber einen neuen Finanzierungsplan ausarbeiten.

  • Die zusätzliche Personensteuer wird um 1 Prozent gesenkt. Laut den flämischen Liberalen von Anders bedeutet dies, dass ein arbeitender Brüsseler im Durchschnitt 268 Euro weniger Steuern pro Jahr zahlen wird.

  • Es gibt Pläne, die Subventionen zu kürzen.

Mobilität

  • Der Mobilitätsplan Good Move wird angepasst.

  • Die Niedrigemissionszone (LEZ) bleibt bestehen. Die Geldstrafen bei Verstößen gegen die LEZ werden jedoch auf 80 Euro gesenkt.

  • Beim öffentlichen Verkehrsunternehmen MIVB/STIB bleibt der Tarif von 1 Euro pro Monat für Jugendliche und Senioren bestehen.

  • Die S-Bahn-Linie 15, die den Nordbahnhof mit Tour & Taxis verbindet, wird gebaut.

  • Die Verlängerung der neuen Metrolinie 3 in den Norden der Stadt wird für mehrere Jahre ausgesetzt. Der Rohbau wird jedoch fertiggestellt, sodass künftig möglicherweise Straßenbahnen dort fahren können.

  • Die laufenden Arbeiten zur Fertigstellung des fehlenden Abschnitts des bestehenden Premetro-Netzes zwischen Anneessens und dem Südbahnhof werden abgeschlossen, einschließlich der schwierigen Passage unter dem Südpalast.

  • Brüssel erhält einen zweiten autofreien Sonntag.

Sicherheit

  • Es wird einen Brüsseler Drogenkommissar geben (auf föderaler Ebene gibt es schon eine Drogenkommissarin), der sich sowohl mit Sicherheit als auch mit Prävention und Gesundheitspolitik befasst.

  • Ein regionaler Drogenplan soll Repression, Prävention, Früherkennung und Betreuung besser regeln.

  • Es werden zusätzliche Mittel für die Brüsseler Feuerwehr bereitgestellt, für mehr Personal und bessere Ausrüstung. Außerdem wird eine neue Hauptfeuerwache gebaut.

Wohnen

  • Es sollen mehr als 1.000 Sozialwohnungen gebaut werden.

  • Die sogenannte „Be-Home-Prämie“ wird verdoppelt. Dabei handelt es sich um eine Ermäßigung auf die Immobiliensteuer für Eigentümer mit Wohnsitz in Brüssel. Sie wird von 160 auf 320 Euro erhöht.

  • Die Obergrenze für die Ermäßigung der Registrierungsgebühren für die einzige und eigene Wohnung wird auf 800.000 Euro angehoben.

Sauberkeit

  • „Net Brussel“ wird reformiert und modernisiert.

  • Es wird ein „Fast Response Team Sauberkeit“ geben, das schnell Müll und Vandalismusschäden beseitigen soll, um Verwahrlosung zu verhindern.

  • Um illegale Müllablagerungen zu bekämpfen, wird Brüssel zusätzliche intelligente Kameras installieren, Geldstrafen erhöhen und mehr Kontrolleure einsetzen.

Arbeit

  • Ziel ist es, die Beschäftigungsquote bis 2030 auf über 70 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt sie unter 65 Prozent.

  • Es wird mehr Personal eingesetzt, um Arbeitslose aktiv auf dem Weg in Arbeit zu begleiten.

  • Bei der Anmeldung wird ein Sprachtest verpflichtend. Fällt dieser schlecht aus, wird ein Sprachkurs auferlegt.

  • Wer nicht arbeiten will, soll leichter sanktioniert werden können.

Zweisprachigkeit

  • Es wird einen Masterplan Zweisprachigkeit geben, um die Dienstleistungen in Brüssel zu verbessern. So werden zusätzliche Mittel für Sprachkurse in Verwaltungen und im Gesundheitswesen bereitgestellt.

  • In Brüsseler Krankenhäusern werden verpflichtende Sprachpolitikpläne eingeführt. Den Patienten muss auch auf Niederländisch geholfen werden.

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