Ende dieses Jahres verliert die Region Brüssel ihre 500-Millionen-Euro-Kreditlinie von ING. Dies meldete die belgische Presseagentur Belga am Mittwochnachmittag. „Das ist keine Kleinigkeit“, sagte Brüssels geschäftsführender Haushaltsminister Dirk De Smedt (Open VLD) dazu. Er bekräftigt, dass der Region ein Stillstand drohe. Doch ING lässt wissen, dass man noch keine diesbezügliche Entscheidung getroffen habe...
Schlechte Nachricht für die Hauptstadt-Region nur ein Gerücht? ING gibt an, noch keine Entscheidung zur Kreditlinie für Brüssel getroffen zu haben
Bereits zuvor hatte die Hausbank der Brüsseler Hauptstadt-Region Belfius die Kündigung ihrer Kreditlinie in gleicher Höhe angekündigt. Jetzt soll auch ING bekannt gegeben haben, dass ihr am 31. Dezember mit Brüssel auslaufender Vertrag nicht verlängert werde. Doch die niederländische Bank lässt wissen, dass an der entsprechenden Belga-Meldung nichts dran sei und dass man eine dahingehende Entscheidung bisher nicht getroffen habe.
Brüssels geschäftsführender Finanzminister Dirk De Smet (Open VLD) bestätigte die entsprechende Pressemeldung von ING umgehend, nach dem er bereits mit VRT NWS ein Interview zu der Kündigung der Kreditlinie gegeben hatte.
Die Region Brüssel kämpft mit einem hohen Haushaltsdefizit und wartet anderthalb Jahren nach den Wahlen noch immer auf eine neue Regierung.
„Mit der Kündigung der Kredite von ING und Belfius verliert die Region insgesamt eine Milliarde Euro an Liquidität. Das ist keine Kleinigkeit: Ohne adäquaten Ersatz riskieren wir, wie bereits erwähnt, einen Stillstand, in dem die Region ihre Rechnungen nicht mehr fristgerecht begleichen kann“, so De Smedt vor der ING-Reaktion gegenüber VRT NWS.
Der Liberale sagte, er versuche seit mehreren Wochen, diese Botschaft innerhalb der geschäftsführenden Regionalregierung zu vermitteln: „Ich hoffe, meinen Kollegen wird die Dringlichkeit ebenfalls bewusst. Wir müssen jetzt handeln. Nur mit einer neuen, glaubwürdigen Finanzstrategie und einem mehrjährigen Haushaltsplan, der das Defizit strukturell reduziert, können wir die Kontinuität unserer Dienstleistungen und die Stabilität Brüssels gewährleisten.“
Dass allerdings über ein Ende der Zusammenarbeit der ING in Brüssel spekuliert wird, macht die Lage der Hauptstadt-Region nicht einfacher.


