Die staatliche Bank Belfius hat die Brüsseler Hauptstadt-Region darüber informiert, dass sie die Zusammenarbeit beenden wird. Nach Meldungen der belgischen Wirtschaftsblätter L'Echo und De Tijd am Donnerstag waren der Rückgang der Kreditwürdigkeit, das akute Haushaltsdefizit und die fehlende Regierungsbildung die ausschlaggebenden Faktoren für diesen Schritt.
Die Staatsbank Belfius beendet die Partnerschaft mit der Region Brüssel-Hauptstadt
Die Region Brüssel-Hauptstadt muss eine neue Hausbank finden, so Brüssels neuer geschäftsführender Haushaltsminister Dirk De Smedt (Open VLD) gegenüber L'Echo. Zwischen Belfius und der Brüsseler Region gibt es bereits seit einiger Zeit Spannungen. Mitte Oktober wurde bekannt, dass die Bank ihren Dispokredit in Höhe von 500 Mio. € zum Jahreswechsel kündigen wird. Ein solcher Kredit dient üblicherweise zur Überbrückung vorübergehender Liquiditätsengpässe.
Die Region Brüssel-Hauptstadt verfügt jedoch noch über einen zweiten Dispokredit in Höhe von 500 Mio. € bei der ING Belgium. Ob diese Bank dem Beispiel von Belfius folgen wird, ist unklar. Die Verhandlungen hierzu dauern noch an. Belfius ist Berichten zufolge bereit, in den ersten sechs Monaten des nächsten Jahres eine Art Basisservice anzubieten. Die Bank lehnte eine Stellungnahme zu den Meldungen aber ab.
Anderthalb Jahre nach den Wahlen ist in Brüssel noch immer keine neue Regierung oder die notwendigen Haushaltsmaßnahmen in Sicht. Haushaltsminister De Smedt warnte schon letzte Woche, die Situation könne im kommenden Frühjahr zu einem Stillstand führen und in politischen Kreisen befürchtet man sogar einen Shutdown für die Region.

