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Moderner Hochofen bei ArcelorMittal in Gent
Inland
Wirtschaft

Die Uni Löwen und der Stahlkonzern ArcelorMittal starten einen Lehrstuhl für Energiewende

Die Katholische Universität Löwen (KU Leuven) wird mit der Unterstützung des Stahlkonzerns ArcelorMittal vier Jahre lang Forschung zur Energiewende betreiben. Die Zusammenarbeit findet im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Universität statt. Das Timing ist bemerkenswert, denn geradeerst wurde bekannt, dass eine geplante Investition von mehr als 1 Mia. € Euro in die grüne Stahlproduktion am ArcelorMittal-Standort in Gent verschoben wurde. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das Institute for Energy and Society (KIEM) der Löwener Uni betreibt für die nächsten vier Jahre einen neuen Lehrstuhl für Energiewende. Es handelt sich um ein Geburtstagsgeschenk des Stahlunternehmens ArcelorMittal zum Jubiläum der KU Leuven. 

Die Universität feiert gerade ihr 600-jähriges Bestehen. ArcelorMittal wollte nicht bekannt geben, wie viel in den Lehrstuhl investiert wird.

Mit der zusätzlichen Unterstützung soll KIEM „wissenschaftlich fundierte Antworten auf die gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende geben“.

Der Technologiecampus der KU Leuven in Gent wird eng in das Projekt eingebunden sein. Im Genter Werk von ArcelorMittal wurden bereits einige größere Investitionen in eine umweltfreundlichere Produktion getätigt.

Aufregung über verzögerte Investitionen

Seit drei Jahren prüft das Unternehmen auch eine größere Umstellung. ArcelorMittal möchte über 1 Mia. € in elektrische Hochöfen und DRI-Anlagen investieren. 

Die Umstellung würde die CO2-Emissionen Flanderns auf einen Schlag um 4 % senken. Eine Entscheidung sollte bis Ende dieses Jahres fallen, aber diese Woche wurde bekannt, dass ArcelorMittal mehr Zeit braucht.

Das Unternehmen plädiert bei der Europäischen Kommission für bessere Rahmenbedingungen, um mit dem billigeren chinesischen Stahl konkurrieren zu können. 

"Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun…"

Die Nachricht über den neuen Lehrstuhl bei der KUL ist daher bemerkenswert. Denn unter anderem bei den flämischen und lokalen Behörden herrscht große Besorgnis über die Verzögerung oder Verschiebung von Investitionen. Nach Angaben von ArcelorMittal ist der Zeitpunkt völlig zufällig und die Ankündigung hat nichts mit der jüngsten Aufregung zu tun.

Als Reaktion auf die Verschiebung der Milliarden-Investition betonte ArcelorMittal, dass das Unternehmen nach wie vor das Ziel verfolge, die CO2-Emissionen in Gent bis 2035 um mehr als ein Drittel zu reduzieren und bis 2050 sogar ganz Belgien klimaneutral zu stellen. Neben Gent hat das Unternehmen auch Standorte in Genk, Geel und Lüttich. Schätzungsweise 30.000 Menschen arbeiten direkt oder indirekt für das Stahlunternehmen.

Stahlproduktion bei ArcelorMittal/Gent (Archivfoto)

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