Der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal verschiebt seine Entscheidung zu einer Milliardeninvestition in den Standort Gent bis auf weiteres. Die Nachrichtenagentur Belga meldet, der Konzern gehe davon aus, dass es derzeit nicht rentabel ist, Stahl umweltfreundlich zu produzieren. Die Gewerkschaften bitten um mehr Deutlichkeit dazu und fordern eine außergewöhnliche Betriebsratsversammlung.
ArcelorMittal setzt eine 1,1 Mia. €-Investition in nachhaltige Stahlproduktion in Gent aus
Schon seit geraumer Zeit herrscht in Gent eine gewisse Unruhe darüber, ob ArcelorMittal in Gent in die Produktion von „grünem Stahl“ investiert oder nicht. Ursprünglich war eine Megainvestition von 1,1 Mia. € in dieses Vorhaben vorgesehen, doch daraus wird zumindest vorerst nichts.
Der Konzern glaubt aktuell nicht daran, dass eine nachhaltige Produktion von Stahl Gewinne einfahren würde. Für wie lange die Investition ausgesetzt wird oder ob sie überhaupt kommen wird, ist derzeit unklar. Ein Timing gab ArcelorMittal Belga gegenüber nicht an.
5.000 direkte und bis zu 25.000 indirekte Jobs hängen von ArcelorMittal in Gent ab.
Welchen Impakt dieser Beschluss des Konzerns auf den Stahlstandort Gent hat, ist nicht abzusehen. Abgesagt hat ArcelorMittal die Investition nicht. Es besteht wohl noch Hoffnung, dass die Milliarden vielleicht trotzdem kommen, denn das Unternehmen arbeitet an dem Vorhaben, in Gent nachhaltig Stahl herzustellen, schon seit 2021.
In dieser Woche hatte der neue Stadtrat von Gent die flämische Landesregierung, die geschäftsführende belgische Bundesregierung und die entsprechenden Instanzen der Europäischen Union darum gebeten, dabei zu helfen, diese Investition abzusichern. Quasi gleichzeitig fiel bei ArcelorMittal wohl der Beschluss, erst einmal darauf zu verzichten und die konkrete Entscheidung dahingehend zu verschieben.

