Jüngste Bodenbohrungen im Grenzgebiet zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland haben ergeben, dass der Boden ausreichend stabil für den Bau des prestigeträchtigen „Einstein Teleskops“ ist. Als positiv wurde bei einem Treffen von regionalen Ministern und Fachleuten in Kerkrade in Niederländisch-Limburg bewertet, dass die flämische Landesregierung unlängst weitere 200 Mio. € in Maßnahmen fließen ließ, damit das Teleskop im Dreiländereck bzw. in der limburgischen Voeren-Region gebaut wird. Konkurrent ist Italien mit einem möglichen Standort auf Sardinien.
Erfolgreiche Probebohrungen: Das Einstein-Teleskop rückt einen weiteren Schritt näher
Erst 2026 wird die endgültige Entscheidung über den Standort fallen und zwar in Brüssel auf EU-Ebene. Neben dem Süden der flämischen Provinz Limburg steht auch die italienische Insel Sardinien zur Wahl. Es wird erwartet, dass das Projekt viele tausend Arbeitsplätze schaffen wird.
Optimismus
In der vergangenen Woche fand in Kerkrade ein Ministergipfel zum „Einstein Teleskop“ mit Vertretern aus den drei beteiligten Ländern statt. Der Optimismus in der Euroregion wächst. Man sei „wirklich einen Schritt weiter“, hieß es dort. Das weitgehende flämische Engagement sei eine gute Nachricht und auch Deutschland unternehme inzwischen dahingehende Schritte.
Die ersten Ergebnisse der Bodenbohrungen in der gesamten Region würden zeigen, dass der Boden unter dem Plan fester wird - im wörtlichen und im übertragenen Sinne.
Bodenbohrung
Eine wichtige Voraussetzung für den Bau des Teleskops ist, dass der Boden geeignet sein muss. Deshalb wurden an 11 Stellen im Grenzgebiet Bodenbohrungen bis zu einer Tiefe von durchschnittlich 300 Metern durchgeführt. Das vorläufige Ergebnis ist, dass der Untergrund aus härteren Gesteinsschichten besteht als ursprünglich angenommen. Experten sehen darin einen Glücksfall.
Deutschland
Insgesamt sind bereits rund 1 Mia. € für das Projekt in der Euregio Maas-Rhein vorgesehen, sollte das Projekt nach Flämisch-Limburg kommen. Vor allem die Niederlande und Belgien haben erhebliche finanzielle Zusagen gemacht.
Deutschland hinkt hinterher. Dort wurde jetzt ein Antrag gestellt, um das „Einstein Teleskop“ auf die deutsche Prioritätenliste für große wissenschaftliche Infrastrukturen zu setzen. Dies ist eine notwendige Bedingung für einen finanziellen Beitrag.
Gleiches Ziel
Der stellvertretende niederländische Wissenschaftsminister Stephan Satijn lobte bei dem Treffen im südlimburgischen Grenzort Kerkrade die Einigkeit der drei beteiligten Länder, wie der regionale und TV-Sender L1 und andere Medien in Flämisch- und Niederländisch-Limburg meldeten: „Wir wollen alle das Gleiche: Das ‚Einstein Teleskop‘ in diese Region bringen. Auch die neuen Minister setzen das Projekt unvermindert hoch auf die Agenda. Mit guten Vereinbarungen sind wir also einen weiteren Schritt vorangekommen.“
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Die italienische Regierung stellt Mittel für den möglichen Bau des Einstein-Teleskops auf Sardinien zur Verfügung
Um die Kandidatur Sardiniens zu unterstützen, reservierte die italienische Ministerin Anna Maria Bernini (Universität und Forschung) schon Ende 2023 rund 950 Mio. € für den Bau des Einstein-Teleskops. Dieser Betrag wird zur Verfügung stehen, falls der Standort Sardinien für das bahnbrechende Observatorium für Gravitationswellen ausgewählt wird.
Neben der Euroregio Maas-Rhein ist das Gebiet Sos Enattos auf der italienischen Insel Sardinien der zweite zur Auswahl stehende Standort. Die Gesamtbaukosten auf Sardinien werden auf rund 2 Mia. € geschätzt.


