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Inland
Justiz

Folter in Antwerpener Haftanstalt: Aufsichtsrat des Gefängniswesens fordert Maßnahmen gegen Überbelegung

Der Zentrale Aufsichtsrat für das Gefängniswesen bittet dringend um Maßnahmen gegen die Überbevölkerung in den belgischen Haftanstalten, insbesondere nach Bekanntwerden von Folterungen eines Insassen durch Mitgefangene. Der Aufsichtsrat war am vergangenen Montag in der Haftanstalt, doch es sei dort so laut gewesen, dass man nicht hätte hören können, was in den Zellen genau vor sich geht. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Dieser Aufsichtsrat wacht über die Rechte von Häftlingen und muss immer wieder feststellen, dass diese nicht zuletzt aufgrund von überbelegten Zellen verletzt werden. 

Marc Nève, der Vorsitzende des Rates, glaubt, dass die erniedrigenden und gewalttätigen Vorfälle hätten vermieden werden können, wenn in den Haftanstalten weniger Häftlinge so eng aufeinander gedrängt leben müssten.

„Es war zu erwarten, dass schwere Vorfälle passieren würden. Diese Überbelegung führt zu Spannungen“, so Nève.

„Wir waren vor Ort, als sich Fakten abspielten. Da war so viel Krach, Unruhe und Getöse, dass es unmöglich war, zu hören, was sich in der Zelle abspielte. In diesem Moment wusste man noch von nichts.“

Am Mittwochabend beschloss der ermittelnde Untersuchungsrichter in diesem Fall, dass gegen die 5 Verdächtigen Haftbefehl erlassen wird.

Gegen 3 von ihnen wird wegen des Verdachts des Mordversuchs, der Vergewaltigung und der Folter ermittelt und gegen die beiden anderen wegen Unterlassung von Hilfeleistung. 

Das Opfer, ein 41 Jahre alter Mann, liegt noch immer schwerverletzt in einem Krankenhaus und konnte bisher noch nicht vernommen werden. 

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