Im Rahmen des Chinabesuchs von Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und Bundesaußenministerin Hadja Lahbib (MR) kündigte letztere an, dass es möglicherweise ab Juni wieder Direktflüge zwischen Brüssel und Schanghai geben wird. Der Besuch der belgischen Delegation in China ist von sehr genauen Sicherheitsvorkehrungen geprägt, denn es soll verhindert werden, dass es dabei zu Spionage von Seiten der chinesischen Geheimdienste kommt.
Belgischer Chinabesuch: Direktflüge nach Schanghai - Vorsicht vor Spionage
Bundesaußenministerin Lahbib teilte mit, dass die Direktflugverbindung zwischen Brüssel und der chinesischen Wirtschaftsmetropole Schanghai vielleicht schon ab Juni 2024 wieder aufgenommen werden könnte. Diese Verbindung war im Herbst 2019 im Zuge der weltweiten Coronakrise eingestellt worden.
Mit der Wiederaufnahme dieser Fernflugverbindung sollen wieder mehr Touristen zwischen beiden Ländern hin- und herfliegen und auch auf wirtschaftlicher Ebene werde vieles einfacher, so Lahbib.
Nach Gesprächen mit Politikern in China habe sich erwiesen, so die belgische Außenministerin, dass beide Länder die wirtschaftlichen Kontakte wieder intensivieren wollen.
Im März 2023 hatte die chinesische Fluggesellschaft Hainan Aiways wieder die Direktflüge zwischen Brüssel und der chinesischen Hauptstadt Peking aufgenommen. Auch diese Verbindung war wegen der Coronakrise seit 2019 unterbrochen gewesen.
Vorsicht Spionage!
Premier De Croo und Außenministerin Lahbib werden in China auch heikle Themen ansprechen, wie z.B. die Zukunft von Taiwan, der Umgang mit der Minderheit der Uiguren und die chinesischen Spionagepraktiken. Nicht zuletzt aus diesem Grunde reist die belgische Delegation unter größten Vorsichts- und Sicherheitsvorkehrungen durch das Land. Dabei werden u.a. sogenannte „burner phones“ genutzt, Mobiltelefone, die nach Gebrauch vernichtet werden.
„Telefonhacking gehört in China zum Alltag“, bemerkt VRT-Chinaexpertin Veerle De Vos dazu, die mit De Croo und Lahbib in China ist. Beim Besuch einer hochrangigen belgischen Delegation in China 2019 kam heraus, dass dabei einige Mobiltelefone gehackt wurden.
Hintergrund dafür sind auch die Verbindungen zu und die Spionagetätigkeiten für China von Mitgliedern der flämischen rechtsradikalen Partei Vlaams Belang. „Es kann nicht sein, dass unser demokratisches System auf diese Weise manipuliert werden soll“, so Premier De Croo.
Doch der Spionagefall Vlaams Belang ist nicht das einzige Problem. 2023 beschloss die belgische Staatssicherheit auch, das Logistikzentrum des chinesischen Onlineanbieters Alibaba am Lütticher Regionalflughafen genauer zu untersuchen. Alibaba steht im Verdacht, staatsnah zu sein und den chinesischen Behörden Informationen zuzuspielen. Auch der Telekomanbieter Huawei und TikTok werden genau beobachtet.



