Das Institut für Chancengleichheit (Unia) eröffnet ein Verfahren, um zu untersuchen, was genau der Parteivorsitzende der flämischen Sozialisten Vooruit, Conner Rousseau, in einer "betrunkenen Nacht" Anfang September in Sint-Niklaas gesagt hat. "Dies ist möglicherweise mehr als nur ein moralisches Problem", sagt Direktorin Els Keytsman (Foto). "Wenn alles, was gesagt und geschrieben wird, wahr ist, geht es hier um Rassismus und Anstiftung zur Gewalt."
Unia untersucht Aussagen von Conner Rousseau: Rassismus und Anstiftung zur Gewalt?
Conner Rousseau, entschuldigte sich gestern aufrichtig für seine "falschen Aussagen" während eines Gesprächs mit Polizeibeamten, das für Aufregung gesorgt hatten.
Was genau Rousseau an jenem Abend gesagt hat, daran kann er sich nicht erinnern, aber auf die Frage während der Pressekonferenz, ob er sich tatsächlich auf die Anwendung von Gewalt gegen die Roma- Gemeinschaft bezogen hätte, gab er zu, dass es mehr oder weniger darauf hinauslaufe.
Unia leitet Ermittlungen ein
"Dies ist für uns möglicherweise mehr als nur eine moralische Frage", sagt Els Keytsman, Direktorin des Instituts für Chancengleichheit (Unia). "Wenn jemand - in diesem Fall sogar ein bekannter Politiker - Polizisten auffordert, ihre Schlagstöcke gegen eine Bevölkerungsgruppe einzusetzen, ist das für uns ein Musterbeispiel für Rassismus und Anstiftung zu Diskriminierung, Hass und Gewalt."
Die Unia eröffnet nun ein Verfahren, um zu prüfen, was die nächsten Schritte sein können und sein werden. "Wir werden alle Möglichkeiten prüfen und schließen keinen Schritt aus. Ein möglicher nächster Schritt ist, als Geschädigter eine Klage gegen Rousseau einzureichen. Eine andere Möglichkeit ist, in unserer Funktion als Gleichstellungsstelle zivilrechtlich vorzugehen."
Doch so weit ist es noch nicht. Zunächst wird sich die Unia mit dem zuständigen Polizeibeamten in Verbindung setzen, um mehr Informationen darüber zu erhalten, was Rousseau genau gesagt hat.
Entschuldigung angenommen?
"Conner Rousseau hat unsere Gemeinschaft beleidigt", sagt Imer Kajtazi, Sprecher der Roma-Gemeinschaft in Sint-Niklaas. Rousseau ist sich dessen bewusst und hat sich während seiner Pressekonferenz ausführlich dafür entschuldigt. "Es ist wichtig, dass jemand seinen Fehler eingesteht, auch wenn er bei den Roma für das, was er über uns gesagt hat, in Erinnerung bleiben wird", schrieb Kajtazi dazu auf seiner persönlichen Facebook-Seite.
Für Kajtazi persönlich heißt das: "Entschuldigung angenommen". "Ich persönlich denke, dass seine Bestrafung ausreichend ist, da er nun auf negative und rassistische Weise bekannt geworden ist. Wir wollen einfach nur in Frieden leben, ohne Vorurteile." Ob das auch für den Rest der Roma-Gemeinschaft gilt, bleibt abzuwarten.


