Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten Vooruit, Conner Rousseau (Foto), hat sich für rassistische Äußerungen gegen die Roma-Gemeinschaft „aufrecht“ entschuldigt. Er habe diese Äußerungen über die es eine Menge Aufregung gab, weil sie möglicherweise rassistisch waren, in betrunkenem Zustand gemacht, und das täte ihm leid, sagte Rousseau am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz.
Conner Rousseau entschuldigt sich für "falsche Behauptungen" über Roma-Gemeinschaft: "Besoffenes Geschwätz, bin schockiert über mich selbst"
Rousseau hatte die Presse am Donnerstagabend in derselben Kneipe in seiner ostflämischen Heimatstadt Sint-Niklaas versammelt, in dem sich der Vorfall in der Nacht vom 1. auf den 2. September ereignet hatte. Er betonte, dass er sich nicht mehr genau an den Vorfall erinnern könne. "Heute habe ich die Bilder gesehen, die verfügbar sind. Und ich kann Ihnen sagen, dass man darauf sehr deutlich sehen kann, dass die Atmosphäre freundschaftlich und gesellig war", sagte Rousseau.
Rousseau hatte in dem Gespräch mit den Polizisten – wie diese zu Protokoll gaben - männliche Roma als "braune Männer" bezeichnet und die Polizisten dazu ermutigt, doch mal öfters den Schlagstock gegen sie einzusetzen.
"Aber was dann geschah", fuhr Rousseau fort. "In meiner Nachbarschaft in Sint-Niklaas gibt es seit langem eine Besorgnis, eine Frustration über Belästigung, Abfall und Schikanierung. Irgendwann habe ich mich um 6 Uhr morgens im Vollrausch mit einigen Polizisten darüber unterhalten."
"Dabei habe ich den Frust vieler Menschen hier im Viertel zum Ausdruck gebracht, und zwar auf eine völlig falsche Art und Weise. Betrunken und als Scherz habe ich über Roma falsche Aussagen gemacht, und davon möchte ich mich distanzieren.... Ich bin ein bisschen schockiert über mich selbst. Für diese falsche Wortwahl möchte ich mich in aller Deutlichkeit entschuldigen."
Laut Rousseau handelte es sich um falsche Aussagen über Menschen aus der Roma-Gemeinschaft. Rousseau will die fraglichen Aussagen nicht wortwörtlich "in nüchternem Zustand" wiederholen. Zu der Frage, ob dabei das Wort "braun" verwendet wurde, sagt Rousseau Folgendes: "Auf den Bildern sieht es nicht so aus, die Beamten behaupten aber, es sei so gewesen. Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich mich für den Moment absolut entschuldige."
"Mein politisches Engagement wiegt schwerer"
Conner Rousseau sagt, er distanziere sich von seinen Aussagen und entschuldige sich deshalb. "Es ist nicht vereinbar mit dem, was ich bin. Meine ehrenamtliche Arbeit, die Person, die ich bin, mein politisches Engagement ... all das wiegt weit schwerer als ein besoffener Moment", meint Rousseau selbst zu dem Vorfall.
Der sozialistische Parteivorsitzende sieht seine weitere Karriere als Politiker dadurch nicht gefährdet. Das, was er gesagt habe, stehe im kompletten Gegensatz zu dem, was ihn als Person ausmache. Sein Leben lang habe er sich für Benachteiligte eingesetzt, für Minderheiten und Randgruppen. Rousseau erklärte, er sei von seiner "falschen Wortwahl" selbst erschrocken. Das Wort "Rassismus" nahm er bewusst nicht in den Mund.
Er würde es nicht verstehen, wenn die Staatsanwaltschaft ihn wegen Rassismus anklagen würde. "Das ist Sache der Staatsanwaltschaft. Aber es muss ein absichtliches Element vorhanden sein. Man muss jemanden verletzen und beleidigen wollen. Man muss sich wirklich absichtlich über eine Gruppe äußern. Das steht bei mir wirklich außer Frage. Auch wegen dem Zustand, in dem ich mich befand. Man sollte wirklich keinen Wert auf das legen, was dort damals gesagt wurde.“
Rousseau sagt, dass er immer noch die Unterstützung innerhalb seiner Partei habe und weiterhin als Vorsitzender von Vooruit arbeiten könne. "Aber ab sofort werde ich ein Vorsitzender sein, der bis zu den Wahlen keinen Alkohol mehr trinken wird, um kein Risiko einzugehen."
