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Inland
Politik

Zahlreiche Politiker kritisieren Rousseau: "Rassistische Äußerungen tun weh, ob sie nun betrunken oder nüchtern fallen"

"Früher war ich in den Augen der Rechtsextremen 'der braune Abschaum', jetzt bin ich es offenbar in den Augen betrunkener Sozialisten." Der christdemokratische Parteivorsitzende Sammy Mahdi CD&V) reagiert empört auf die Äußerungen, für die sich Vooruit-Präsident Conner Rousseau gestern entschuldigt hat. Auch Groen (flämische Grüne) und Open VLD (flämische Liberale) äußern sich sehr kritisch. "Für Rassismus gibt es keine mildernden Umstände", argumentiert die Co-Vorsitzende Nadia Naji (Groen). "Unwürdig für einen Parteivorsitzenden", schimpft der flämische Minister Bart Somers (Open VLD).

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Nadia Naji, findet Rousseaus Aussagen besonders verletzend. "Für mich gibt es keine mildernden Umstände für Rassismus. Wenn ich persönlich rassistische Kommentare von Leuten bekomme - ob sie nun betrunken oder nüchtern sind - sie tun genauso weh. Ob sie betrunken sind und es so meinen oder nicht, spielt dabei keine Rolle."

"Ich habe keine Entschuldigungen für Rassismus gehört", fasst Naji die Pressekonferenz zusammen. "Ich finde das wirklich nicht in Ordnung. Für mich kam es wie eine Verharmlosung rüber. Es ist auch nicht das erste Mal. Früher bekamen wir von ihm zu hören, dass sich meine Gemeinde Molenbeek nicht wie Belgien fühlt. Jetzt bekommen wir rassistisches Gerede im Suff zu hören."

"Besoffenes Geschwätz ist in keiner Weise eine Entschuldigung für die hässlichen Gedanken, die offenbar irgendwo nur auf ein solches Ventil warteten, um laut geäußert zu werden", schrieb CD&V-Präsident Sammy Mahdi auf Facebook.

"Als Kind und Jugendlicher war ich in den Augen der Rechtsextremen 'der braune Abschaum'. Jetzt bin ich das offenbar auch in den Augen einiger betrunkener", reagiert er entrüstet. "Von 'alle Weißen sind Rassisten' bis hin zu 'brauner Abschaum' - das ist eine Weltanschauung zum Kotzen, auch ohne dass man sich literweise Alkohol in den Körper schüttet."

Einen ähnlichen Tenor hören wir von Zakia Khattabi, Bundesklimaministerin der französischsprachigen Grünen von Ecolo, die sagte, dass sie solche Äußerungen von einem linken Politiker nicht erwartet hätte. "Rassismus zu bekämpfen ist normalerweise in der DNA der Linken", twitterte Raoul Hedebouw von der linksextremen PVDA. "Authentische Linke", fügt er dezent hinzu.

Die liberale Außenministerin Hadja Lahbib (MR, französischsprachige Liberale) kritisierte Rousseaus Entschuldigung als halbherzig. Rassismus bleibe auch nach Entschuldigungen Rassismus, erklärte Lahbib auf der Plattform X, dem früheren Twitter. „Betrunkener Rassismus ist Rassismus“.

Ahmed Laouej, Bundesabgeordneter der Schwesterpartei PS, spricht von inakzeptablen Äußerungen. "Rassismus ist nie in Ordnung, aber schon gar nicht bei einem Parteivorsitzenden", sagte er gegenüber RTBF.

"Er hat sich zwar entschuldigt, aber er sollte sich über die Konsequenzen solcher Äußerungen im Klaren sein - unabhängig davon, in welchem Kontext sie gefallen sind. Vor allem in der ohnehin angespannten Situation in Flandern."

"Wir brauchen Politiker, die sich dem Wutbürgertum entgegenstellen. Immer und überall", ergänzt der flämische Minister Bart Somers (Open VLD). "Diejenigen, die das nicht tun, wählen den bequemen Weg und lassen die Menschen im Stich. Die Aussagen über Roma und Schlagstöcke sind beschämend und eines demokratischen Parteivorsitzenden unwürdig."

LEVL, die Nachfolgeorganisation des Minderheitenforums, verurteilt die Äußerungen Rousseaus. Rousseau habe "abfällige und gewalttätige Äußerungen gegenüber Roma mit Begriffen wie brauner Abschaum und Schlagstock durchgehen lassen, als wären sie nichts", und habe "die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um sie unter dem Radar zu halten", heißt es dort. "Äußerungen wie diese tragen nicht zu einer besseren Gesellschaft für alle bei", sagte die Organisation LEVL und forderte Rousseau daher auf, "die notwendige Selbstreflexion zu betreiben".

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