Vertreter des Föderalstaates Belgien, aus Flandern, der Wallonie, Ostbelgiens, den Niederlanden und aus Nordrhein-Westfalen sosie der beteiligten belgischen und niederländischen Provinzen haben diese Woche eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, mit dem Ziel, das inzwischen vielbesprochene „Einstein-Teleskop“ ins Dreiländereckt zu holen. Damit kommen sie der offiziellen Bewerbung als Standort für diese wissenschaftliche Einrichtung einen großen Schritt weiter. Nächster Schritt ist ein entsprechendes gemeinsames „Bidbook“ und die Schaffung eines Dreiländer-Konsortiums.
Ein nächster Schritt in Richtung "Einstein-Teleskop" in der Euregio Maas-Rhein ist gesetzt
Das „Einstein-Teleskop“ soll das weltweit größte Labor zur Erforschung von Gravitationswellen überhaupt werden und gilt alleine deshalb bereits jetzt als internationales Referenzzentrum für die entsprechende Forschung und Wissenschaft.
Gastgeber der Zusammenkunft war Flanderns Landesminister für Innovation, der flämische Christdemokrat Jo Brouns (CD&V), nicht zufällig ein Limburger: „Ich habe viel positive Energie gespürt, um aus dem Projekt Einstein-Teleskop eine Erfolgsgeschichte zu machen. Der Wille ist da, um gemeinsam etwas daraus entstehen zu lassen, gemeinsam mit den Behörden, den Facheinrichtungen und den Unternehmen. Ich werde dieses Projekt, das für Limburg, Flandern, Belgien, den Niederlanden und Deutschland und insbesondere für die Grenzregion, aus der Nähe verfolgen und dies mit dem Wissen, dass wir dabei sind, etwas einmaliges zu schaffen.“
Das „Einstein-Teleskop“ ist in der derzeit geplanten Form der weltweit erste Gravitationswellen-Detektor der dritten Generation. Dieses Teleskop soll neue Einsichten in die Entwicklung der Struktur des Weltalls liefern und zwar über Wahrnehmungen, die die Welt in die Nähe des Urknalls rücken könnte.
Es ist nicht nur von enormem wissenschaftlichen Wert, sondern es stellt auch einen Impuls für Innovation, Hightech und die damit befasste Industrie in jenen Ländern dar, die daran beteiligt sind, bzw. in deren Region das Teleskop gebaut wird.
Eine Taskforce aus Vertretern aus Belgien, den Niederlanden und NRW wird die gemeinsame Bewerbung ausarbeiten. Doch die Euregio Maas-Rhein und ihre beteiligten Provinzen, Länder und Regionen sind nicht die einzigen, die um das „Einstein-Teleskop“ buhlen.
Auch die italienische Insel Sardinien ist Kandidat, denn dort soll es ähnlich vorteilhafte Bedingungen geben, die für diese hochtechnologische Einrichtungen erforderlich sind. Die Entscheidung darüber, wohin das Teleskop geht, wird nicht vor 2026 fallen.


