Flandern stellt dem Projekt Einstein-Teleskop erneut Finanzmittel zur Verfügung. Jetzt werden 2 Mio. € für die Bildung eines Projektteams freigemacht, dass eine Machbarkeitsstudie für das Vorhaben erstellen soll. Diese Mittel kommen zusätzlich zu den 8 Mio. €, die die flämische Landesregierung in dieser Angelegenheit dem Fonds für wissenschaftliche Forschung bereitstellte. Das Einstein-Teleskop soll unterirdisch gebaut werden - möglicherweise in den Voeren in der Provinz Limburg.
Flandern macht 8 Mio. € frei, um das Einstein-Teleskop in die Provinz Limburg zu holen
Der Bau des unterirdisch anzulegenden Einstein-Teleskops ist ein ambitioniertes wissenschaftliches Unterfangen. Derzeit sind nur noch zwei Standorte für dieses wissenschaftliche Zentrum im Gespräch: Die italienische Insel Sardinien und die Euregio Maas-Rhein, zu der die flämische Provinz Limburg bzw. genauer die Voeren-Region gehört.
Die Euregio Maas-Rhein, das Dreiländereck zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland möchte dieses Projekt schon lange an Land ziehen und jetzt legt Flandern hier einen Zahn zu.
Jo Brouns (CD&V), Landesminister für Wissenschaft und Innovation findet, dass Flandern hier zugreifen müsse: „Flandern muss hier mehr Ambition wagen. Die Chance, eine wissenschaftliche Infrastruktur von Weltrang im eigenen Garten zu bauen, kann man nicht liegen lassen. Die Entdeckungen, die das Einstein-Teleskop in diesem Jahrhundert machen wird, können wir uns heute noch nicht vorstellen. Dies ist ein Zug, der hier nur einmal anhält.“
Der Baukosten für dieses Teleskops werden auf rund 1,7 Mia. € geschätzt. Doch für jeden Euro, der hier investiert wird, sollen 3,60 € zurückfließen, so die Berechnung. Bis 2026 will die Europäische Union beschließen, wer den Zuschlag für das Einstein-Teleskop bekommt: Sardinien oder die flämische Provinz Limburg in der Euregio Maas-Rhein.
Futuristisch? Wieso futuristisch?
Mit dem Einstein-Teleskop sollen wissenschaftliche Untersuchungen zu Themen, wie Schwarze Löcher oder dem Ursprung unseres Universums, vorgenommen werden. Dass dies futuristisch klingt, versteht auch Prof. Thomas Hertog von der Universität Löwen (KU Leuven), der an diesem Projekt beteiligt ist: „Aber 1915 klang die Relativitätstheorie von Albert Einstein auch futuristisch, doch heute sitzt diese Theorie in jedem GPS-System in jedem Auto. Und der Entdecker der Elektrizität dachte auch, dass seine Erfindungen niemals angewendet werden würde. Und so wird es auch mit dem Einstein-Teleskop gehen. Das ist eine langfristige Investition.“
