Das neue belgische Forschungsschiff RV Belgica II ist am Donnerstag zu einer dreiwöchigen Expedition nach Südwest-Grönland ausgelaufen. Dort werden in Rahmen der „CANOE-Expedition“ Untersuchungen des Klimawandels in den Fjords durchgeführt.
Erforschung des Klimawandels: Das Forschungsschiff "RV Belgica II" in Richtung Grönland ausgelaufen
Ein internationales Forschungsteam wird versuchen, ein neues Licht auf die Klimaveränderung zu werfen, genauer auf das beschleunigte Schmelzen der Gletscher, die Dynamik des Kohlenstoffs, die Biodiversität und das Lebensmittelsystem der grönländischen Fjorde, die ein typisches arktisches Ökosystem darstellen.
Zuvor weilte die RV Belgica II mit einem internationalen Forscherteam an Bord während zwei Wochen in isländischen Gewässern, wo im Rahmen der „DEHEAT-Expedition“ Möglichkeiten untersucht wurden, wie man die Konzentration von Kohlenstoff-Dioxyden (CO2) in der Atmosphäre verringern könnte, in dem man versucht, das Verwittern von Silikaten (Kieselsäure-Kondensate) in den Ozeanen zu fördern.
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Jetzt läuft die RV Belgica II vom Hafen von Reykjavik aus, um zwei Fjorde im nahegelegenen Grönland zu untersuchen. Fjorde sind nicht nur für das Lebensmittelsystem wichtig, sondern auch für die Speicherung von CO2, denn hier nimmt das reichhaltige Seeleben gerade dieses Produkt auf.
Interessant ist grade an Fjorden, dass hier nicht selten auch schmelzende Gletscher auskommen. Vor allem in den grönländischen Fjorden sorgt das Schmelzwasser von marinen Gletschern für Veränderungen der Biodiversität. Diese Gletscher ziehen sich dadurch nach und nach auf das Land zurück.
Die „CANOE-Expedition“ soll herausfinden, welchen Impakt diese Entwicklung auf das dortige Ökosystem und die maritimen Lebensmittelsysteme hat und wie es sich dadurch mit der Aufnahme von Kohlenstoffen auf dem Meeresboden verhält.
„In dem wir uns darin Einsichten verschaffen, können wir wichtige Informationen darüber gewinnen, wie es um diese Fjorde in Zukunft steht und wie wir darauf reagieren können“, sagt Professorin Ann Vanreusel von der Genter Universität (UGent), die die wissenschaftliche Arbeit der Expedition auf der RV Belgica leitet.
Das „CANOE“-Projekt (Climate chANge impacts on carbon cycling and Food wEbs) wird gemeinsam mit grönländischen Forschungsinstituten durchgeführt und von Professorin Ulrike Braeckman vom Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften und der Uni Gent koordiniert.
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Die neue RV Belgica II wurde von der belgischen Bundesregierung 2016 in Auftrag gegeben und im Juni 2018 begann nach umfassenden Planungen der Bau, der rund 54 Mio. € veranschlagte. Geplant ist, dass das neue Forschungsschiff mindestens 30 Jahre lang ähnliche Aufträge für Forschung und Wissenschaft absolviert.
Die RV Belgica II kann 28 Wissenschaftler an Bord nehmen. Sie ist so ausgerüstet, dass sie mindestens 30 Tage lang auf hoher See bleiben kann. Das neue Forschungsschiff hat Anlagen an Bord, die es erlauben, Wasser oder Bodenproben in 5.000 Meter Tiefe zu nehmen.
Zudem hat sie verstärkte Bordwände, was aus ihr eine Art leichten Eisbrecher macht, der im Sommer sogar am Nordpol eingesetzt werden könnte. Ihre Aufträge werden auch internationaler werden, denn das Schiff gehört zum europäischen „Eurofleets“-Netzwerk und ist Teil der „European Marine Board“. Gebaut wurde sie von der spanischen Werft Freire Shipyard in Zusammenarbeit mit dem „Maritime Research Institute Netherlands“.



