Zum Hauptinhalt springen
Inland
Justiz

YouTuber Acid wird von einem ehemaligen Mitglied des Studentenclubs Reuzegom vor Gericht zitiert

Nathan Vandergunst (Foto), der auf YouTube als Acid bekannt ist, muss am 7. September vor dem Strafgericht in Brügge erscheinen. Er wurde am Donnerstag von einem ehemaligen Mitglied des Leuvener Studentenclubs Reuzegom sowie vom Restaurant von dessen Eltern vor Gericht zitiert, wie deren Anwalt Wim De Colvenaer bestätigte. Acid muss sich unter anderem wegen Diffamierung im Internet und dem online Teilen von persönlichen Daten verantworten.

Veröffentlicht:

Acid hatte im vergangenen Monat auf seinem YouTube-Kanal ein kontroverses Video veröffentlicht, nachdem das Berufungsgericht Antwerpen im Fall Sanda Dia ein Urteil gefällt hatte. Sanda Dia war der 20-jährige Student benannt, der Ende 2018 während einer extremen Studententaufe starb, die von dem Studentenverein Reuzegom veranstaltet worden war.

Das Gericht sprach die 18 Angeklagten (ehemalige Mitglieder dieses Vereins) von der Verabreichung schädlicher Substanzen und der schuldhaften Fahrlässigkeit, die zum Tod von Sanda Dia geführt hatte, frei. Sie wurden jedoch wegen fahrlässiger Tötung, entwürdigender Behandlung und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu 200 bis 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Damit sind die vorbestraft, aber ihre Verurteilung wird nicht erwähnt, wenn sie ein Führungszeugnis für eine Bewerbung beantragen.

Das als zu milde empfundene Urteil führte in Flandern zu heftigen Reaktionen und Demonstrationen gegen das, was manche als "Klassenjustiz" bezeichnen. Die Identität der 18 Angeklagten wurde zudem weder von der Justiz noch von den Medien veröffentlicht.

In seinem Protestvideo hatte der Youtuber Acid die Namen von vier Mitgliedern des Reuzegom-Vereins genannt und mehrere persönliche Informationen über sie freigegeben. YouTube schaltete das Video offline, aber es war bereits oft angeklickt und geteilt worden. Eines dieser ehemaligen Mitglieder zitierte Acid nun vor Gericht. Der Mann war bei der tödlichen Taufe von Sanda Dia tatsächlich nicht anwesend und wurde in diesem Fall weder strafrechtlich verfolgt noch verurteilt.

Das Video hatte jedoch gravierende Folgen für ihn und seine Eltern. Diese betreiben ein Sterne-Restaurant in Antwerpen und sahen sich mit massiver Kritik im Internet und falschen Reservierungen konfrontiert, was sie dazu zwang, ihr Online-Reservierungssystem zu deaktivieren.

Acid wird am 7. September vor dem Strafgericht in Brügge erwartet, wo er sich wegen der Vorwürfe der Cyber-Belästigung, Verstößen gegen das Gesetz über die Verwendung personenbezogener Daten, Verleumdung und übler Nachrede verantworten muss. Sein Anwalt Walter Van Steenbrugge (Foto) hält dies für eine "bizarre Initiative" des Klägers.

"Eine der Anklagen kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Das ist eine verkehrte Welt. Man würde nicht erwarten, dass ein ehemaliges Mitglied des Reuzegom-Studentenclubs in der Rolle des Opfers auftritt". Van Steenbrugge kündigt an, dass er sich in seiner Verteidigung insbesondere auf "das Recht auf freie Meinungsäußerung" berufen wird.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5