Der Prozess zu den Anschlägen auf Brüssel und Zaventem von 22. März 2016 wird mit rund 35,3 Mio. € der teuerste Prozess in der juristischen Geschichte Belgiens. Dies ist aus Dokumenten des Bundesjustizministeriums ersichtlich, in die die flämische Tageszeitung Het Laatste Nieuws Einblick hatte.
Teuerster Prozess in der belgischen Geschichte: Was kostet der Brüsseler Terrorprozess?
Der größte Teil dieser enormen Summe ist in die Infrastruktur geflossen, genauer in das neue „Justitia“-Gebäude im früheren Nato-Hauptquartier an der Grenze zwischen den Brüsseler Gemeinden Evere und Haren.
Hier musste zuletzt noch eine bauliche Veränderung vorgenommen werden, weil die individuellen Glasboxen, in denen die Angeklagten dem Verfahren folgen sollten, auf richterlichen Beschluss hin durch größere Gemeinschaftsboxen mit besserer Kommunikation zwischen Angeklagten und Anwälten ersetzt werden mussten. Hinzu kamen hohe Kosten für die gesamte ICT-Infrastruktur.
Auch der Prozess selbst kostet viel Geld, denn die Gerichtskosten sind vielschichtig. Es müssen z.B. zahlreiche Übersetzer bezahlt werden und die Mitglieder der Schwurgerichtsjury werden vergütet.
Das betrifft die effektiven Kandidaten ebenso, wie die Ersatzkandidaten. Und der belgische Staat bezahlt die Löhne- und Gehälter der Jurymitglieder für die Dauer des Prozesses, denn diese können nicht arbeiten gehen.
Insgesamt belaufen sich die Kosten auf bisher 35.315.000 €, ein Rekord in der belgischen Justizgeschichte. Und dieser Betrag wird sich mit Sicherheit noch deutlich erhöhen, denn die Unkosten für die Sicherung des Prozesses und des „Justitia“-Gebäudes durch die Polizei ist hier noch nicht mit einberechnet worden.
Der bisher teuerste Prozess in Belgien war das Verfahren gegen den Lütticher Maffia-Paten Marcel Habran, der zwischen 2008 und 2009 sechs Monate dauerte und geschätzt 5 Mio. € kostete.


