Der Prozess zu den Terroranschlägen auf Brüssel vom 22. März 2016 kann beginnen. Am Mittwoch wurde im „Justitia“-Gebäude die Jury der 12 Geschworenen zusammengestellt. Die Wahl fiel dabei auf 7 Frauen und 5 Männer. Das Verfahren, bei dem rund 300 Kandidaten angehört wurden, dauerte den ganzen Tag lang.
Brüsseler Terrorprozess kann starten: Die Jury der Geschworenen aus 5 Männern und 7 Frauen steht
Genau 399 zufällig ausgewählte Personen wurden von ihrer Pflicht, dieser Jury anzugehören, im Vorfeld freigestellt. Fast 300 Kandidaten wurden im Laufe des Mittwochs angehört. Dies dauerte von 10 Uhr 15 bis um 19 Uhr 05. Die Wahl fiel dabei auf 7 Frauen und 5 Männer.
Von den vorgeladenen und zufällig ausgesuchten Kandidaten waren etwa 450 in Brüssel aufgetaucht. Auf die Personen, die dieser Pflicht nicht nachkamen, kommen empfindliche Strafen zu. Es dauerte noch bis 23 Uhr 30, bis auch die Reservekandidaten ausgesucht waren. Diese 24 Personen, 9 Frauen und 15 Männer, müssen den Platz von effektiven Geschworenen einnehmen, falls diese aus einem triftigen Grund ausfallen.
Der Terrorprozess soll zwischen 6 und 9 Monaten dauern und beginnt am Montag, 5. Dezember, mit der Vorlesung der 500 Seiten starken Anklageschrift durch die Bundesstaatsanwaltschaft. Das bedeutet, dass für die Geschworenen und deren Ersatzkandidaten eine andere Zeit beginnt und dass deren normales Leben bis zum Prozessende „on hold“ gestellt ist. Es gilt, wahrscheinlich mehr als 30.000 Schuldfragen zu beantworten.
Die Betroffenen erhalten eine Vergütung, die einer Tagespauschale von rund 50 € entspricht und deren Löhne oder Gehälter werden weiter bezahlt. Hinzu kommt eine mögliche Erstattung von Fahrt- oder Übernachtungskosten.
Bei den islamistischen Terroranschlägen auf den Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem und auf die Metrostation Maalbeek kamen am 22. März 2016 kamen 32 Menschen ums Leben und fast 700 wurden verletzt.

