Katrien Verhegge, Leiterin der flämischen Behörde Opgroeien, tritt von ihrem Amt zurück. Im gegenseitigen Einvernehmen mit der zuständigen Landesministerin Hilde Crevits (flämische Christdemokraten, CD&V) legt sie ihr Amt ab sofort nieder. Die Personalentscheidung wurde aufgrund anhaltender Berichte über Missstände in flämischen Kinderkrippen getroffen.
Chefin der flämischen Behörde für die Kleinkindbetreuung tritt nach anhaltenden Missständen zurück
Die Entrüstung der vergangenen Woche über Missstände in mehreren Kinderkrippen in Flandern hat die Karriere von Katrien Verhegge, der Chefin der Behörde für die Kleinkindbetreuung, besiegelt. Nachdem im Februar ein sechs Monate altes Kind in einer Kindertagesstätte zu Tode kam, waren in der vergangenen Woche Missstände in anderen Einrichtungen ans Licht gekommen. Die Kinderkrippen wurden sofort geschlossen, da die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kinder nicht garantiert werden konnten. Daraufhin kam die Aufsichtsbehörde unter Beschuss zu liegen.
Im Landesparlament hatten einige Abgeordnete den Rücktritt von Verhegge gefordert. Nach Rücksprache mit der zuständigen Landesministerin Hilde Crevits (CD&V) legte sie ihr Mandat nieder.
Es war nicht das erste Mal, dass Verhegge unter Beschuss geriet. Erst in diesem Sommer wurde bekannt, dass der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses des flämischen Parlaments zur Kinderbetreuung die Verwaltung und die Organisation der Behörde besonders scharf kritisierte. Die Verwaltung sei "ein Chaos" gewesen. Ministerin Hilde Crevits beschloss damals, einen Krisenmanager und einen zusätzlichen IKT-Manager zu ernennen, um Verhegge zu unterstützen und die Verwaltung des öffentlichen Dienstes zu verbessern.
In einer E-Mail an die Mitarbeiter erklärt Verhegge, dass sie ihren "Traumjob" aufgeben müsse. "Der tragische Tod eines Kindes in der Kinderbetreuung, der mich vom ersten Tag an sehr betroffen gemacht hat, hat einen Sturm der Kritik ausgelöst, der in einem sehr persönlichen Angriff auf mich als leitende Beamtin gipfelte", schreibt Verhegge. "Ich wollte weiterkämpfen, weil ich es angesichts des Engagements, das ich täglich in unserer Behörde sehe, so ungerecht finde, aber das ist jetzt nicht mehr möglich.
Verhegge hofft, dass ihre Entscheidung positive Folgen für die Kinderbetreuung in Flandern haben wird.


