Die Beschwerden von Eltern und ehemaligen Mitarbeiterinnen über die Kindertagesstätte 't (B)Engeltje in Oudenaarde (Provinz Westflandern), die letzte Woche endgültig geschlossen wurde, reichen zurück bis 2011. Die Beschwerden aus den Jahren 2011, 2012 und 2013 betreffen grenzüberschreitendes Verhalten und pädagogisches Fehlverhalten. Erst im Oktober 2021 konnte die Aufsichtsbehörde schwere Verstöße feststellen.
Der 19-seitige Bericht der Aufsichtsbehörde zeichnet ein vernichtendes Bild von der Kinderkrippe 't (B)Engeleltje in Oudenaarde. Kindesmissbrauch und Vernachlässigung stehen im Mittelpunkt. "Es gibt eindeutige Beweise für eine reale und unmittelbare Gefahr für das körperliche und geistige Wohlbefinden der betreuten Kinder", heißt es in dem Bericht: "Einige Kinder haben ein Trauma erlitten."
Die Beschwerden richten sich hauptsächlich gegen die Leiterin der Tagesstätte, bei der die Inspektion "einen wiederholten Mangel an Einsicht" und "geringe Stresstoleranz" feststellte.
Kinder, die ihre Händen in die Toilette stecken, wurden mit dem Kopf in die Toilette getaucht, wonach die Toilettenspülung betätigt wurde.
Die Betreuerin zog manche Kinder vor und vernachlässigte andere. Wer weinte, musste den ganzen Tag im Bett bleiben.
Als Mahlzeit gab es Reste. Das Essen vom Freitag wurde montags serviert.
Kinder, die zu viel Aufmerksamkeit brauchten, wurden in eine Wanne mit kaltem Wasser gelegt.
Die Kinder mussten nach dem Essen eine Tasse Wasser trinken. Wer sich weigerte, bekam das Wasser über den Kopf gegossen.
Ein Mädchen hatte blaue Flecken am Kiefer. Die Kindertagesstätte behauptete, sie sei gestürzt, aber auf ihrer Wange waren Fingerabdrücke zu sehen.
Die Betreuerin selbst biss die Kinder, wenn sie andere Kinder bissen.
Die oben stehende Liste stammt aus den Jahren 2011 bis 2013. Obwohl die Aufsichtsbehörde unangekündigte Besuche durchführte, konnten die Inspektoren keine Beweise finden.
Erst im vergangenen Jahr gab es erneut eine Flut von Beschwerden über die Sicherheit der Kinder in der Tagesstätte. Im Oktober konnten wohl schwere Verstöße festgestellt werden. Ein Kind war mit heißer Suppe überschüttet worden und erlitt Verbrennungen zweiten Grades. Es wurde einfach ins Bett gelegt. Infolge des Fehlverhaltens der Tagesstättenleitung muss sich das Kind aufgrund von Narben einer plastischen Operation unterziehen.
Die Kindertagesstätte wurde erneut von der Aufsichtsbehörde ermahnt und begleitet, was aber nicht die erhofften Änderungen brachte. Schließlich wurde das Kompetenzzentrum für Kindesmissbrauch konsultiert und der Kindertagesstätte vorige Woche die Genehmigung entzogen.
