Seit dem Sommer ging die Zahl der kleinen Pakete, die aus Nicht-EU-Ländern in unser Land eingeführt wurden, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 65% deutlich zurück. Dies geht aus den Zahlen des belgischen Zolls hervor und ist ausschließlich auf die Einführung der Paketsteuer zurückzuführen.
Seit dem 1. Juli 2026 kostet die Einfuhr kleiner Pakete – mit einem Wert von bis zu 150 € – beispielsweise aus China 3 €. Bis Ende September wurden dadurch hierzulande bereits über 360 Mio. € eingenommen.
Ob dadurch tatsächlich weniger chinesische Produkte in unser Land gelangen, ist allerdings eine andere Sache, da sich chinesische Online-Shops angepasst haben, erklärt Kristian Vanderwaeren vom belgischen Zoll: „Manche versuchen jetzt beispielsweise, den Wert von Paketen über 150 € zu deklarieren, um weniger Steuern zu zahlen. Manchmal geben sie auch weniger Produkte an, als tatsächlich im Paket enthalten sind, um die Paketsteuer nur einmal zu entrichten. Meine Mitarbeiter arbeiten jedoch daran, dies aufzudecken.“
Ab Sonntag (1. November 2026) wird zusätzlich zur Paketsteuer eine Bearbeitungsgebühr von 2 € erhoben. Die Einfuhr von Paketen kostet ab dann 5 €. Der Wirtschaftsverband Unizo begrüßt die Gebühren, da sie unfairen Wettbewerb mit ausländischen Online-Shops verhindern.
Wie funktionieren die Paketsteuer und die Bearbeitungsgebühr?
Drei Beispiele:
• Beispiel 1: Sie bestellen zwei identische Hosen aus China im Wert von 40 €. Das entspricht einer Produktkategorie. Sie zahlen dafür 3 € Paketsteuer. Ab dem 1. November kommt eine Bearbeitungsgebühr von 2 € hinzu. Insgesamt: 5 € Gebühren.
• Beispiel 2: Sie bestellen eine Hose, Schmuck und ein Paar Schuhe aus China im Wert von 100 €. Das entspricht drei Produktkategorien. Sie zahlen dreimal 3 € Paketsteuer. Ab dem 1. November kommt dreimal eine Bearbeitungsgebühr von 2 € hinzu. Insgesamt: 15 € Gebühren.
• Beispiel 3: Sie bestellen mehrere Hosen, Schmuck und Schuhe aus China im Gesamtwert von 180 €. Sie zahlen die üblichen Zollgebühren. Ab dem 1. November wird zusätzlich dreimal eine Bearbeitungsgebühr von 2 € erhoben. Gesamtbetrag: Standardzollgebühren + 6 € an weiteren Abgaben.