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Erdbeben in Genk – Zwei spürbare Erdbeben in Flandern innerhalb eines Monats

Es ist äußerst ungewöhnlich, dass Menschen innerhalb von zwei Wochen ein Erdbeben spüren. Dies erklärte der Seismologe Koen Van Noten nach dem Erdbeben in Genk und As am Wochenende. Es war das stärkste Erdbeben in Flandern in diesem Jahr. Erdbeben treten in Limburg häufiger auf, bleiben aber meist unbemerkt.

Andreas Kockartz
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Das Erdbeben in Genk und As hatte eine Stärke von 2,1 auf der sogenannten „Richter-Skala“. Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von 5 km direkt unter dem Zentrum von Genk. Es ist bereits das zweite spürbare Erdbeben in Flandern innerhalb weniger Wochen. Am 7. Oktober hatte es in Ruiselede in Westflandern an der Grenze zu Ostflandern ein Beben der Stärke 1,9 gegeben.

„Es kommt selten vor, dass wir innerhalb kurzer Zeit mehrere spürbare Erdbeben haben“, sagt der Seismologe Koen Van Noten von der Königlichen Belgischen Sternwarte: „Es scheint sich um einen Zufall zu handeln. Die Beben in Westflandern waren nicht stark genug, um dieses Erdbeben in Genk und As auszulösen.“ 

Lauter Knall

Es war bereits das 32. Erdbeben in diesem Jahr im belgischen Bundesland Flandern registrierte Erdbeben. „Normalerweise bleiben diese Beben unbemerkt, da sie in einer Tiefe von 10 km auftreten. Dieses Erdbeben ereignete sich in einer Tiefe von 5 km, sodass es von einigen Menschen wahrgenommen wurde“, so Van Noten.

Viele Anwohner von Genk und As hörten während des Bebens einen lauten Knall. „Es klang, als würde ein Panzer durch unsere Straße fahren“, sagten Anwohner. Auch das ist eine Folge der oberflächennahen Vibrationen, so Van Noten weiter: „Bei tiefen Erdbeben sind keine hochfrequenten Schwingungen mehr vorhanden, sobald die Erschütterung die Oberfläche erreicht. Diese schnellen Vibrationen waren in diesem Fall noch vorhanden. Sobald sie die Erdoberfläche erreichen, werden sie in Schall umgewandelt.“

Erdbebengefährdete flämische Provinz

Im Gegensatz zu den anderen flämischen Provinzen bebt die Erde in Limburg häufiger. „In Genk befinden Sie sich in der Nähe des Rurtal-Grabens. Ein Graben ist ein tektonisches Gebiet, in dem die geologischen Schichten abgesunken sind und tiefer liegen. Der Rurtal-Graben liegt an der Grenze zwischen den Niederlanden, Belgien und Deutschland, wo Maas und Rhein fließen. In diesem Grabengebiet gibt es verschiedene Verwerfungen, die regelmäßig Erschütterungen verursachen“, erklärt der Seismologe.

Bergbaugeschichte

Nicht nur die geologischen Schichten, sondern auch Limburgs Bergbaugeschichte trägt zu seiner Erdbebengefährdung bei. Das letzte Beben ereignete sich z.B. in der Nähe des ehemaligen Bergwerks Zwartberg in Genk. „Durch den massiven Kohleabbau haben die Menschen die Spannungen in der Erdkruste verändert“, sagt Van Noten: „Wir untersuchen derzeit das Ausmaß dieses Einflusses.“

„Das sehen wir auch in Wallonien“, so Van Noten weiter: „Früher traten Erdbeben regelmäßig in der Nähe von Charleroi und Mons auf. Seit der Schließung der dortigen Minen beobachten wir deutlich weniger Aktivität. Es ist logisch, dass der Abbau so vieler Tonnen Kohle einen erheblichen Einfluss auf Erdbeben hat.“

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