Hopfen und Hopfensprossen aus Asse und Umgebung in Flämisch-Brabant sind offiziell als flämisches Regionalprodukt anerkannt worden. Das Flämische Zentrum für Agrar- und Fischereimarketing (VLAM) verlieh diese Auszeichnung, um den lokalen Hopfenanbau zu würdigen. Hopfen findet vielfältige Verwendung, dient aber vor allem der Bierproduktion. Der Anbau von Hopfen in dieser Region reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück.
Regionale Anerkennung für flämischen Hopfen soll Brauereien zur Verwendung lokaler Erzeugnisse bewegen
Hopfen wird in Flandern nicht nur in Asse angebaut, sondern auch in Affligem, Opwijk, Dilbeek, Steenhuffel, Gooik und Aalst. „Hopfen hat eine lange Geschichte in unserer Region“, erklärt Joris Vanderveken, Vorsitzender des örtlichen Hopfenvereins: „Jahrhundertelang waren wir die ‚Hopfenkammer‘ Europas.“
Diese Geschichte beginnt im 15. Jahrhundert. „Damals begannen die Mönche der Abtei Affligem, Hopfengärten anzulegen. Zunächst wurde Hopfen als Heilpflanze genutzt, doch bald erkannte man, dass er sich auch hervorragend dazu eignete, Bier länger haltbar zu machen. Zudem verleiht er dem Bier ein angenehmes Aroma und sorgt für eine schöne Schaumkrone“, so Vanderveken.
Konkurrenz aus dem Ausland
Heute hat der Hopfenanbau viel von seiner einstigen Bedeutung verloren. Nach Jahrhunderten des Erfolgs gab es vor 100 Jahren in Flandern nur noch zwei Regionen, in denen Hopfen angebaut wurde: Asse-Aalst und das Gebiet um Poperinge in Westflandern.
„Durch die Konkurrenz aus dem Ausland ging der Hopfenanbau hier zurück. Vor etwa zehn Jahren hat der örtliche Hopfenverein jedoch wieder alte Hopfensorten auf verschiedenen Feldern in der Region angepflanzt. Heute bewirtschaften wir wieder 10 Hektar Hopfenfläche. Im Frühjahr ernten wir die Hopfensprossen für die Gastronomie, und im September folgen die Hopfendolden, die an die Brauereien geliefert werden.“
Brauereien
Joris Vanderveken hofft, dass die Anerkennung als Regionalprodukt die Brauereien in der Umgebung dazu ermutigt, wieder auf den lokalen Hopfen zurückzugreifen: „Wir arbeiten bereits mit der Brauerei Affligem, der Brauerei Grimbergen, lokalen Brauereien aus Dilbeek und Asse sowie einigen Brauereien aus Aalst zusammen. Die Entwicklung nimmt erfreulich Fahrt auf und wir glauben, dass diese Anerkennung unseren eigenen Hoffnungen weiteren Auftrieb geben könnte.“
Zudem bereichern die Hopfenfelder das Landschaftsbild - sehr zur Freude von Radfahrern und Wanderern: „Sie sind zudem mit einer faszinierenden historischen Geschichte verbunden. Es handelt sich um ein Produkt, das nicht einfach durch etwas aus dem Ausland ersetzt werden kann“, schließt der Hopfenbauer.

