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Inland
Justiz

Im Dienst in Brüssel erschossener Polizist: „Zu viele Waffen in unserem Land“

Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS, frankophone Sozialisten) reagierte am Dienstagabend gegenüber VRT NWS verbittert auf die beiden Schießereien am Montag in seiner Stadt. Bei der Schießerei in der Brüsseler Gemeinde Jette war dabei ein 41 Jahre alter Kriminalpolizist ums Leben gekommen. Inzwischen bleiben Details und Fragen zu den Vorkommnissen noch ohne Antwort.  

Andreas Kockartz
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„Wir haben zu viele Waffen in unserem Land“, so Close in der VRT-Sendung „Terzake“ („Zur Sache“), „das war vor 10 Jahren noch nicht so.“

Dem pflichtete der Brüsseler Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw bei: „Jahrelang stammten viele Waffen aus einem anderen großen Konflikt, dem im ehemaligen Jugoslawien. Doch inzwischen bereiten uns die Folgen des Krieges in der Ukraine Sorgen. Viele Waffen wurden dorthin geliefert, und einige davon drohen, hier wieder auf den Markt zu gelangen“, erklärte er. „Auch in der Türkei werden billige Waffen hergestellt, die ihren Weg auf den europäischen Markt finden. Wir beobachten diese Entwicklungen genau.“

„Der Drogenhandel ist extrem teuer und damit einher geht eine Zunahme offener Gewalt. Es handelt sich nicht mehr um diskrete kriminelle Organisationen, sondern um Gruppen, die mit offener Gewalt Rivalen und andere Marktteilnehmer einschüchtern.“ Laut seinen Angaben braucht die Justiz mehr Ressourcen, um dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenzuwirken. 

Viele offene Fragen

Inzwischen bleiben noch viele Fragen zu dem Fall des in Jette erschossenen Polizisten ohne Antwort. Brüssels Generalstaatsanwalt Julien Monil gab bei seiner Pressekonferenz am Dienstagnachmittag aus Ermittlungsgründen nicht viele Details frei.

  • Warum haben die Kollegen des erschossenen Beamten keine Schüsse gehört? Der Polizist, der in Zivil die Lage sondieren wollte, wurde mit einem Kopfschuss aufgefunden. 

  • Haben der oder die Täter einen Schalldämpfer auf ihrer Waffe genutzt?

  • Wie viele Verdächtige wurden festgenommen? Hierzu gibt es aber inzwischen Angaben: Offenbar hat die Polizei drei Personen, wohl drei Brüder, in diesem Zusammenhang verhaftet. 

  • Welche Drogen wurden in dem zuvor mit einem Carjacking in Tubize in Wallonisch-Brabant gestohlenen und über ANPR-Kameras verfolgten Auto gefunden und um welche Menge handelte es sich dabei?

Sicher ist nur, dass in dem Fahrzeug 3 Pistolen (also keine schweren Waffen) und Drogen gefunden wurden und deshalb gehen Beobachter davon aus, dass dieser Fall mit Drogenhandel zu tun hat.

Der erschossene Beamte gehörte zu einer sogenannten „Anti-Überfallbrigade“ der Polizei. Dies ist eine Art schnelle Eingreiftruppe, die bei mutmaßlich gefährlichen Vorkommnissen zum Einsatz kommt. Diese Einheit gehörte zur Polizeizone Brüssel-Hauptstadt/Elsene.

Nordine El Talbi, der im Dienst erschossene Brüsseler Polizist

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