In der Brüsseler Gemeinde Jette kam am frühen Dienstagmorgen ein Polizeibeamter bei einer Schießerei ums Leben. Zudem ereignete sich in der Nacht zum Dienstag eine tödliche Schießerei in Elsene. Die genauen Umstände beider Vorfälle sind noch unklar. Die lokale Polizeizone Brüssel-Hauptstadt/Elsene teilte mit, dass der getötete Beamte zu ihrer Dienststelle gehörte. Inzwischen gab Brüssels Generalstaatsanwalt Julien Moinil weitere Informationen zu den beiden tödlichen Vorkommnissen frei.
Brüsseler Polizeibeamter bei Schießerei in der Gemeinde Jette getötet - Verdächtige gefasst
Informationen unserer Redaktion zufolge ereignete sich am Montagabend in Tubeke ein Autodiebstahl. APNR-Kamera zur Kennzeichenerkennung erfasste das Fahrzeug, woraufhin eine schnelle Eingreifeinheit der Polizei entsandt wurde. Beim Eintreffen der Polizei in Jette, wo man auf die Verdächtigen stieß, eröffneten diese angeblich sofort das Feuer. Der angeschossene Polizist hatte offenbar keine Chance. Der 41 Jahre alte erfahrene Zivilbeamte starb in einem Krankenhaus an den Folgen der Schussverletzung.
Meldungen zufolge wurden nach dem Vorfall Waffen und Drogen in dem gestohlenen Fahrzeug sichergestellt.
„In beiden Fällen begaben sich die Staatsanwaltschaft und Untersuchungsrichter an die Tatorte“, hieß es in einer Mittelung am Dienstagmorgen: „Wir werden im Laufe des Tages eine Pressekonferenz abhalten, um weitere Informationen bekannt zu geben.“ Es ist noch unklar, ob die beiden Vorfälle miteinander in Verbindung stehen. Erste Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass dies nicht der Fall ist.
Trauer bei der Polizei in Brüssel
„Mit tiefer Trauer und großer Bestürzung haben wir vom Tod unseres Kollegen aus der Einheit zur Bekämpfung von Raubdelikten erfahren, der im Dienst ums Leben kam“, teilte die Polizeizone via X mit: „Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und seinen Kollegen, die von diesem schweren Verlust tief getroffen sind. In dieser besonders schweren Zeit bekundet unsere gesamte Polizeidienststelle ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit allen, die von diesem Verlust betroffen sind.“
Nach Angaben der Polizeigewerkschaft VSOA handelt es sich um den 36. Polizisten in Belgien, der in den letzten 25 Jahren im Dienst ums Leben kam.
Mehrere Verdächtige nach Tod eines Polizisten in Jette festgenommen
Brüssels Generalstaatsanwalt Julien Moinil informierte die Medien am Dienstagnachmittag über den Tod des Polizisten in Jette. Die Polizei von Wallonisch-Brabant sei zu einem Autodiebstahl in Tubize gerufen worden, so Moinil. Das Kennzeichen des verdächtigen Fahrzeugs sei weitergegeben worden und die Brüsseler Anti-Raub-Brigade habe es lokalisieren können: „Zwei Teams bezogen Stellung zur Beobachtung. Ein Mitglied des Teams, ein erfahrener Zivilbeamter, begab sich zu Fuß zum Tatort, um die Lage im Hinblick auf einen möglichen Einsatz zu erkunden.“
Kurz darauf wurde der tote Polizist in der Nähe des Fahrzeugs gefunden. Das Opfer war von einer Kugel im Kopf getroffen worden: „Am Tatort wurden mehrere Waffen sowie eine erhebliche Menge Drogen sichergestellt. Ein Untersuchungsrichter wurde wegen Mordes eingesetzt.“
Moinil gab auch bekannt, dass inzwischen mehrere Verdächtige festgenommen wurden. Weitere Informationen dazu könne er im Interesse der laufenden Ermittlungen nicht geben.
Zweiter Vorfall
Moinil ging auch auf den tödlichen Schusswaffenvorfall am Montag in Elsene ein. Dort wurde ein Mann erschossen. Der Vorfall stehe in keinem Zusammenhang mit dem Tod des Polizisten in Jette: „Das Opfer wurde am Montag kurz vor 18 Uhr im Eingangsbereich eines Wohnhauses erschossen. Er wurde von mehreren Kugeln getroffen und starb kurz darauf im Krankenhaus. Die Täter sind noch nicht identifiziert. Ein Untersuchungsrichter wurde mit dem Mordfall betraut. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“
Moinil fügt hinzu, es sei sehr besorgniserregend, dass die Gewalttaten in einem gewöhnlichen Wohngebiet stattfanden: „Das verdeutlicht die Gefahr dieser Art von Verbrechen.“
Die Polizeigewerkschaft VSOA fordert ein hartes Vorgehen gegen Gewalt gegen Polizisten
Vincent Houssin, stellvertretender Vorsitzender der Polizeigewerkschaft VSOA, spricht von „schrecklichen Ereignissen“: „Das trifft uns immer sehr hart. Wir schlagen regelmäßig Alarm und weisen darauf hin, dass die Gewalt eskaliert und immer dreister wird. Doch von den politischen Verantwortlichen erhalten wir kaum eine Reaktion.“
„In den letzten Wochen ist deutlich geworden, dass bestimmte Versprechen, härtere Strafen zu verhängen, nicht eingehalten werden können. Die Menschen müssen aufhören, sich auf Instagram zu äußern, und sich zusammensetzen, um sicherzustellen, dass Gewalt gegen Polizisten wirklich hart bestraft wird. Das war Mord.“
Liegt ein gewisses Maß an Straflosigkeit vor? „Das wird immer als Unsinn abgetan und es werden ständig strenge Strafen versprochen. Sehen Sie sich die Ausschreitungen der letzten Woche an. Die Realität ist, dass selbst die Staatsanwaltschaft beklagt, die jugendlichen Täter laufen lassen zu müssen, weil das Vollzugswesen überlastet ist.“
