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Schülerproteste in der Wallonie: Wo liegen die Gründe?

In einigen Städten im französischsprachigen Landesteil in Belgien wird, wie auch im Nachbarland Frankreich, gegen die Einsparungen und die Probleme im Bildungswesen protestiert. Die Schülerproteste sind leider auch in der Wallonie von Gewaltausbrüchen durchzogen. Dies soll aber die Gründe, die die dortigen Schülerinnen und Schüler für ihre Beschwerden gegen die Regionalregierung nicht schmälern. Wo liegen die Probleme? 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Proteste gegen die Bildungspolitik fanden in den vergangenen Tagen in mehreren wallonischen Städten statt, z.B. in Charleroi und in Mons in der Provinz Hennegau oder auch in Lüttich. Diese Proteste werden zum Teil vom Unterrichtspersonal und von den Elternverbänden unterstützt. Lehrkräfte mischen sich auch unter die friedlich demonstrierenden Lehrkräfte.

In Lüttich geht es z.B. um volle Klassen mit bis zu 35 Schulkinder pro Lehrer, um Klassen mit zu wenig Tischen und Stühlen, um veraltete Infrastruktur in den Gebäuden und nicht zuletzt auch um erhöhte Schulgebühren, vor allem im Hochschulbereich.

Die Regierung der Französischsprachigen Gemeinschaft (Wallonie und der frankophone Bereich der Brüsseler Hauptstadt-Region) arbeitet seit ihrem Antritt vor zwei Jahren an einem straffen Sparplan. Dem entgeht auch das dortige Bildungswesen nicht. Hier sollen in den kommenden Jahren bis zu 300 Mio. € eingespart werden.

Dagegen wird bereits seit Monaten heftig protestiert. Zielscheibe ist Bildungsministerin Valéry Glatigny von den frankophonen Liberalen MR. Sie hält unbeirrbar an ihren Sparplänen fest, die Anfang Juni auch angenommen wurden.

Friedliche und spielerisch agierende Demonstranten in Lüttich

Einige Punkte, gegen die protestiert wird

  • Volle Klassen mit bis zu 35 Schülern

  • Zu wenig Lehrkräfte, von denen einige nicht selten Unterrichte geben müssen, für die sie nicht vorgesehen sind

  • Drastische Anhebung der Schülerabos für den Nahverkehr von 12 € auf 300 €

  • Anhebung der Schulgebühren von jährlich 800 € auf 1.000 €

  • Veraltete Schulgebäude mit teilweise noch verbautem Asbest

  • Die Schülerinnen und Schüler fühlen sich von der Politik nicht gehört

  • Veraltetes Schulmaterial (Klassen, Mobiliar, digitale Infrastruktur…   

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