Ähnlich wie in Frankreich ist es in den vergangenen Tagen auch im frankophonen Landesteil Belgiens, in der Wallonie, und auch in Brüssel zu Krawallen bei Schülerprotesten gekommen. Am Montag wurden in Lüttich mehrere Polizisten bei den Protesten verletzt. Auch hier demonstrieren die Schüler gegen den akuten Lehrermangel und gegen Einsparungen im Bildungswesen, doch immer wieder heizen Krawallmacher die Stimmung unter den jungen Demonstranten an. Das war auch am Dienstag in Lüttich wieder der Fall.
Bei den Schülerdemos am Montag, die sowohl in Lüttich, als auch in Mons, in Charleroi (jeweils Provinz Hennegau) und in Arlon (Provinz Luxemburg) stattfanden, geht es um den Lehrermangel in der Französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens und im Einsparungen im Bildungsbereich in der Wallonie und im frankophonen Bildungswesen in Brüssel.
Die Schülerinnen und Schüler fordern mehr Lehrer und weniger überfüllte Klassenzimmer. Sie wollen, dass die Politiker ihnen zuhören. Im Bildungsbereich würden Kürzungen vorgenommen, ohne sie zu befragen.
Ähnlich wie im benachbarten Frankreich mischen sich allerdings gewaltbereite Jugendliche unter die eigentlich friedlich protestierenden Schülerinnen und Schüler und diese suchen die Konfrontation mit den Ordnungskräften.
Festnahmen
In Lüttich z.B. sorgten schon am Montag etwa 200 Randalierer für Konfrontationen mit der Polizei. Dabei wurden die Polizisten mit Steinen und Eisenstangen beworfen, wobei mindestens 18 Beamte verletzt wurden. Rund 30 Krawallmacher wurden festgenommen.
Bei Krawallen am Rande der Schülerdemos in Charleroi wurden am Montag 29 Menschen festgenommen, in Arlon 15 und in Mons 8. In der belgischen Hauptstadt blieb es hingegen fast überall ruhig. Die meisten der Festgenommenen sind minderjährige Jugendliche.
Diese Proteste sollen noch die ganze Woche weitergehen und womöglich kommt es am Freitag zum Höhepunkt, denn für dann haben die Gewerkschaften im frankophonen Bildungswesen zu einem allgemeinen Streik aufgerufen. Der Schulbetrieb geht aber weiter und wird nicht, wie teilweise in der vergangenen Woche, unterbrochen.
Am Dienstagnachmittag nahmen die Krawalle in Lüttich wieder zu. So wurden an einigen Schulen Fenster eingeschlagen und Mülleimer angezündet und in einem Schnellrestaurant wurden Zerstörungen angerichtet.
Unser Video aus Lüttich von Dienstagvormittag zeigt, dass die Proteste eigentlich friedlich verlaufen sollten...

