Die Wasserrechnung für eine durchschnittliche Familie in Flandern ist in diesem Jahr erstmals über 500 € gestiegen. Das geht aus einer Übersicht der Flämischen Regulierungsbehörde für Nutzbetriebe (VNR) hervor. Am Freitag wurde bekannt, dass eine Anhebung der Wasserrechnung im Rahmen der flämischen Haushaltsverhandlungen zur Debatte steht.
Wasserrechnung für flämische Haushalte steigt auf über 500 € pro Jahr
Es ist das erste Mal, dass die VNR Zahlen zur durchschnittlichen Wasserrechnung pro Haushalt in Flandern veröffentlicht hat. Seit Anfang des Jahres fungiert die VNR auch als Aufsichtsbehörde für den Wassersektor. Jetzt wird deutlich, dass die Wasserrechnung einer durchschnittlichen Familie (laut VNR 2,3 Personen) von 489 € im Jahr 2025 auf 507 € in diesem Jahr gestiegen ist. In den kommenden Monaten wird die Regulierungsbehörde eine Erklärung zu den Tarifen für das nächste Jahr abgeben.
Für eine vierköpfige Familie beläuft sich der durchschnittliche Wasserpreis in diesem Jahr auf 716 €. Für eine fünfköpfige Familie sind das schon 836 €.
Deutlicher Preisanstieg
Innerhalb weniger Jahre sind die Unkosten für den Wasserverbrauch deutlich gestiegen. 2020 zahlte eine durchschnittliche Familie 352 € und 2023 410 €. Insbesondere die Wasseraufbereitung und die Abwasserentsorgung sind in den letzten zwei Jahren teurer geworden. Eine durchschnittliche Familie in Flandern (2,3 Personen) verbraucht laut VNR etwa 70 Kubikmeter Wasser pro Jahr.
Zusätzliche Steuern?
Am Freitagvormittag wurde bekannt, dass die Erhöhung der Wasserkosten bei den flämischen Haushaltsverhandlungen zur Debatte steht. Diese Maßnahme könnte eine Familie um 40 bis 60 € pro Jahr zusätzlich belasten. Sie könnte wiederum dem flämischen Landeshaushalt Mehreinnahmen in Höhe von 80 Mio. € oder mehr einbringen.
Ob die Erhöhung tatsächlich erfolgt, ist noch ungewiss. Die flämischen Christdemokraten CD&V sind mit dieser Haushaltsmaßnahme nicht einverstanden. Zu dieser Partei gehört auch Landesumwelt- und Landwirtschaftsminister Jo Brouns, der auch für diesen Bereich zuständig ist. Er ist damit gar nicht einverstanden: „Die Flamen zahlen schon jetzt horrende Summen für Energie. Das ist einfach zu viel.“
„Vertragsbruch“
„Wir haben mit dieser Regierung einen Trinkwasserplan verabschiedet, der auch einen Tarifplan beinhaltet. Die in diesem Plan vereinbarten Tarife ermöglichen es uns, weiterhin in die Trinkwasserqualität zu investieren. Wir werden den Vertrag daher jetzt nicht durch eine erneute Preiserhöhung brechen. Das war nicht vereinbart,“ so Brouns.
Der flämische Christdemokrat ist davon überzeugt, dass Einsparungen an anderer Stelle möglich sind: „Wir müssen uns selbst, die flämische Regierung, hinterfragen. Sie kann schlanker und effizienter werden. Im Übrigen müssen wir in den kommenden Tagen und Stunden alle Vorschläge konstruktiv prüfen.“

