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North-Sea-Port: Hafenchef fordert Maßnahmen, nachdem trockener Sommer Millionenverluste verursacht hat

Der trockene Sommer und das daraus resultierende Niedrigwasser haben Unternehmen im Fusionshafen „North Sea Port“ in Gent und Terneuzen Millionen Euro gekostet, so CEO Cas König. Auf dem Höhepunkt der Krise war eine der beiden Seeschleusen in Terneuzen vollständig gesperrt, während die andere nur vier Stunden lang bei Flut genutzt werden konnte. Zeitweise entschieden sich einige Unternehmen deshalb dafür, ihre Fracht per Lkw statt per Schiff zu transportieren.

Andreas Kockartz
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Dies hatte unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte maritime Lieferkette in Gent und Terneuzen, die beide flussabwärts der Schleusen an der Schelde liegen. Die Schiffe hatten Schwierigkeiten, in den Hafen einzulaufen oder ihn zu verlassen bzw. mussten länger vor Anker liegen oder festmachen. Sie mussten auf die Schleusung warten und sobald die Schleuse wieder öffnete, herrschte ein großer Andrang auf Lotsen, Schlepper und andere Dienstleister.

An der tiefsten Stelle war der Tiefgang um etwa 25 cm geringer als unter den normalen zulässigen Bedingungen. Das bedeutete, dass die Schiffe weniger Ladung befördern oder längere Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit stellten einige Unternehmen beim Transport kurzfristig auf Lastwagen um.

Wir können nicht abwarten, wie sich die Lage im nächsten Jahr entwickelt. Wir müssen handeln“

North-Sea-Port-CEO Cas König

Die Einschränkungen waren nicht nur für die Schifffahrt notwendig. Laut König können extrem niedrige Wasserstände auch Risiken für Kaimauern, Brücken und andere Infrastruktureinrichtungen bergen.

Für die Unternehmen können sich die Auswirkungen schnell summieren. „Wenn die gesamte Lieferkette ins Stocken gerät, muss man aufpassen, dass nicht auch die Produktionsprozesse zum Stillstand kommen“, warnte König. Wartende Schiffe verursachen Kosten, wenn sie länger als geplant festmachen müssen.

Wir wissen nicht genau, wie hoch die finanziellen Auswirkungen für die Unternehmen sind, aber sie gehen definitiv in die Millionen“

North-Sea-Port-CEO Cas König

Die Hafenleitung rechnet damit, dass solche Situationen häufiger auftreten werden und will die Bemühungen zur Klimaanpassung gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Unternehmen beschleunigen. Geplant ist die Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen, um sowohl auf Trockenheit als auch auf extreme Niederschläge reagieren zu können.

Der North-Sea-Port ist Standort bedeutender industrieller Arbeitgeber und Produktionsstätten, die auf einen reibungslosen Warenfluss über die Kanäle und die Schelde angewiesen sind. Probleme mit Wasserständen und Tiefgang wirken sich direkt auf die Wirtschaftskraft der Industrie in Gent aus. „Der Zustand darf nicht so bleiben, wie er ist“, so König: „Wir können nicht abwarten, wie sich die Dinge im nächsten Jahr entwickeln. Wir müssen handeln.“

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