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Flämische Studie: Wie wirkt sich PFAS auf die Gesundheit aus?

Menschen mit erhöhten PFAS-Werten im Blut weisen häufiger auch leicht erhöhte Cholesterinwerte und schlechtere Leberwerte auf. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Auftrag des flämischen Gesundheitsministeriums. In der Studie wurde das Blut von über 1.700 Flamen untersucht, vorwiegend von Anwohnern des ehemaligen 3M-Werks in Zwijndrecht. Dort wurden jahrelang PFAS, gesundheitsschädliche chemische Substanzen, produziert. Tatsächlich konnte ein Zusammenhang zwischen erhöhten PFAS-Werten im Blut und diesen Werten festgestellt werden.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Diese neue Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen PFAS-Werten im Blut und Gesundheitsparametern wie Cholesterin, Blutdruck und Leberwerten bei 1.734 Personen in Flandern. Die Forschungsergebnisse zeigen Zusammenhänge zwischen erhöhten PFAS-Werten im Blut und Veränderungen der Leberenzyme, der Blutfette und der Nierenfunktion.

Zu diesem Zweck wurden die PFAS-Bluttestergebnisse dieser Personen anonymisiert mit Daten aus ihren Gesundheitsakten beim Hausarzt verknüpft. Dies betrifft vor allem, aber nicht ausschließlich, Personen, die an den Bluttests in der Region um 3M bei Zwijndrecht teilgenommen haben.

Verknüpfung bestätigt

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Personen mit höheren PFAS-Werten im Blut häufiger leicht erhöhte Leberwerte, höhere Cholesterinwerte und Anzeichen einer eingeschränkten Nierenfunktion aufweisen. Für andere gesundheitliche Auswirkungen, wie die Schilddrüsenfunktion und das Auftreten von Allergien und Infektionen, findet die Studie keinen Zusammenhang oder sogar eine inverse Korrelation. 

Der Umweltskandal rund um das PFAS produzierende 3M-Werk in Zwijndrecht bei Antwerpen löste viele Untersuchungen aus

Der Wissenschaftler Dr. Pieter Jansen, der an dieser Studie mitarbeitete, sagte dazu: „Die Studie bestätigt den Zusammenhang zwischen PFAS und einer Reihe von gesundheitlichen Auswirkungen, die bereits in internationalen Studien nachgewiesen wurden. Es ist wichtig zu betonen, dass der beobachtete Zusammenhang zwischen PFAS und diesen Auswirkungen nicht zwangsläufig einen ursächlichen Zusammenhang impliziert. Die Studie verdeutlicht erneut, dass der Einfluss von PFAS auf die Gesundheit eher in subtilen Veränderungen von Gesundheitsparametern und einem Anstieg der Gesundheitsrisiken liegt, als in der direkten Verursachung von Krankheiten. Beispielsweise zeigt diese Studie, dass Menschen mit höheren PFAS-Werten häufiger einen höheren Cholesterinspiegel aufweisen, was sich jedoch nicht in einem Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen niederschlägt. Darüber hinaus liegen diese Veränderungen auf Gruppenebene innerhalb der normalen klinischen Grenzwerte.“

PFAS-Belastung begrenzen

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen zur Begrenzung der PFAS-Belastung. Auf kollektiver Ebene wird dies durch die fortgesetzte Fokussierung auf Sanierungsmaßnahmen und Emissionsreduzierung erreicht. Personen, die in Gebieten mit erhöhter PFAS-Belastung leben, wird empfohlen, lokale Maßnahmen zur Vermeidung von Krankheiten zu ergreifen. Es wird weiterhin empfohlen, den Kontakt mit Schadstoffen so weit wie möglich zu vermeiden, beispielsweise durch den Verzicht auf den Verzehr von Eiern aus eigener Haltung in der Nähe von 3M.

Die Studie wurde von Forschern vom flämischen Hausärzte-Netzwerk Intego, der KU Leuven (Katholische Universität Löwen in Flämisch-Brabant) und der Partnerorganisationen für Umweltgesundheit (VITO - das Flämische Institut für Technologische Forschung und PIH – das Hygiene-Institut der Provinz Antwerpen) im Auftrag und mit Mitteln des flämischen Gesundheitsministeriums durchgeführt. Dabei wurden Daten aus Humanbiomonitoring-Studien mit routinemäßig erhobenen Gesundheitsdaten aus den Patientenakten von Hausärzten über das KU Leuven/Intego-Netzwerk verknüpft.

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