Zum Hauptinhalt springen
Vor einigen Jahren brannte es in der Heidelandschaft im Naturpark Hoge Kempen in Flandern

„Flämisches Feuerschild“ - Intelligente Kameraüberwachung in flämischen Naturschutzgebieten zur schnelleren Branderkennung

Der flämische Umweltminister Jo Brouns (CD&V, flämische Christdemokraten) plant vor dem Hintergrund des Vennbrandes in Ostbelgien und von kleineren Bränden in einigen Naturschutz- und Heidegebieten in Flandern in diesem trockenen Sommer ab 2027 den Aufbau eines Netzwerks aus intelligenten Kameras, Künstlicher Intelligenz (KI) und weiterer Detektionstechnologie, um Waldbrände deutlich schneller zu erkennen. Zu diesem Zweck stellt er das Konzept der intelligenten Kameraüberwachung vor: Ein digitales Schutzsystem, das gefährdete Naturschutzgebiete permanent überwacht und automatisch Alarm auslöst, sobald irgendwo Rauch aufsteigt. 

Andreas Kockartz Belga
Veröffentlicht:

Einige Systeme werden schon in diesem Herbst in der Praxis getestet. Anschließend erfolgt die schrittweise Einführung in ganz Flandern. „Bei einem Waldbrand zählt buchstäblich jede Minute“, so Flanderns Umweltminister Brouns: „Bis heute sind wir bei der ersten Erkennung noch zu oft darauf angewiesen, dass jemand zufällig Rauch sieht und Alarm schlägt. Das kann und muss intelligenter geschehen. Mit unserer intelligenten Kameraüberwachung wollen wir Technologie, Kameras und KI einsetzen, um Rauch innerhalb von Minuten zu erkennen und unsere Einsatzkräfte schneller zum Brandort zu schicken. Je früher wir ein Feuer entdecken, desto größer ist die Chance, es einzudämmen.“

Die flämische Landesagentur für Natur und Wälder (ANB) untersucht verschiedene Technologien zur automatischen Überwachung von Naturschutzgebieten. Dazu gehören Tests mit intelligenten Kamerasystemen, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Bilder analysieren und Rauchwolken erkennen können. Auch Drohnentechnologie wird geprüft. Das das alles durchaus notwendig ist, belegt die Zahl von 143 potentiellen Tagen mit erhöhtem Brandrisiko alleine in Flandern.

Erste Tests noch in diesem Jahr  

Noch 2026 werden die verschiedenen Systeme getestet und validiert, unter anderem in Nordlimburg und an anderen repräsentativen Standorten. Die schrittweise Einführung ist für 2027 geplant. Die ANB rechnet derzeit mit mindestens 11strategischen Standorten in den Provinzen Limburg, Antwerpen und Flämisch-Brabant bzw. mit 20 bis 30 kleinere Zonen, die ganz Flandern abdecken sollen. Die genaue Technologie, die Standorte und die Kosten werden auf Grundlage der laufenden Tests festgelegt.

Die ANB arbeitet unter anderem mit den Feuerwehr- und Hilfeleistungszonen, dem Nationalen Krisenzentrum und dem Verteidigungsministerium zusammen. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit Partnern aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland im Rahmen des europäischen Kooperationsprojekts Hawkeye. Flandern untersucht außerdem, wie Warnungen mit Paragon, der Plattform für Kriseninformation und -kooperation, verknüpft werden können. 

Kooperation mit den Niederlanden

Flandern hat kürzlich ein Kooperationsabkommen mit den Niederlanden und Deutschland zur Bekämpfung von Waldbränden in den jeweiligen limburgischen Provinzen geschlossen (Limburg in Flandern sowie Nord- und Südlimburg in den Niederlanden).

Die Naturschutzbehörde hat praktische Leitlinien zur Minimierung des Risikos unkontrollierbarer Brände entwickelt. Darüber hinaus müssen Anstrengungen unternommen werden, um Naturschutzgebiete intelligent zu gestalten und das Wassermanagement wiederherzustellen, so die flämischen Behörden.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5