Belgien, die Niederlande und Deutschland werden ihre Waldbrandbekämpfung künftig besser koordinieren. Unter anderem werden die flämischen Behörden Informationen mit ihren Partnern aus den Nachbarländern austauschen und aufeinander abgestimmte Kamerasysteme nutzen. Es werden weitere Vereinbarungen über den grenzüberschreitenden Einsatz von Feuerwehren getroffen.
Flandern, die Niederlande und Nordrhein-Westfahlen wollen gemeinsam Waldbrände besser verhindern und bekämpfen
„Wälder und Brände machen nicht an der Grenze halt“, sagte der flämische Umweltminister Jo Brouns (CD&V, flämische Christdemokraten) bei der Unterzeichnung des Abkommens zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei der Brandbekämpfung, die auch vom niederländischen Minister für Landwirtschaft und Naturschutz, Jaimi van Essen (D66), und von der NRW-Landesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Gorißen (CDU), unterzeichnet wurde.
Die Kooperation war schon länger geplant, doch laut Brouns haben die jüngsten Waldbrände im Hohen Venn gezeigt, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen ist: „Aufgrund des Klimawandels steigt das Risiko großer Waldbrände, daher müssen wir jetzt handeln.“
Der beste Waldbrand ist der, der gar nicht erst ausbricht“
Flanderns Umweltminister Jo Brouns
Die drei Länder bzw. Regionen wollen in den vier Phasen der Brandbekämpfung zusammenarbeiten: von der Prävention und Früherkennung bis hin zur Brandbekämpfung und Renaturierung. „Prävention ist besonders wichtig“, so Brouns: „Der beste Waldbrand ist der, der gar nicht erst ausbricht. Sollte es aber doch zu einem Brand kommen, müssen wir ihn so schnell wie möglich erkennen und bekämpfen können.“
Daher müsse der Fokus vorrangig auf weniger feuergefährdeter Vegetation und der Wiedervernässung von Naturschutzgebieten liegen.
Kommunikationsplattform
Konkret werden bereits fünf Pilotprojekte zu diesem Thema gestartet. Die Zusammenarbeit soll über die gegenseitige Hilferufe bei den Feuerwehren hinausgehen. Es wird eine gemeinsame Kommunikationsplattform eingerichtet, auf der Meldungen und Informationen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland zusammengeführt werden.
Rascher Informationsaustausch
Dadurch müssen die Rettungsdienste schneller wissen, wo ein Brand wütet, wie er sich entwickelt und welche Ausrüstung in den verschiedenen Abteilungen verfügbar ist, so Brouns weiter: „Auch die neuen Überwachungskameras und digitalen Kommunikationssysteme in den verschiedenen Ländern müssen miteinander kompatibel sein.“
Die Partner wollen zudem bei der Planung von Naturschutzgebieten möglichst einheitliche Standards anwenden. Brouns spricht von Feuerwehrzufahrten, die derzeit in den verschiedenen Ländern und Regionen teilweise unterschiedliche Dimensionen aufweisen: „Wir müssen in der gesamten Brandverhütungs- und Brandbekämpfungskette dieselbe Sprache sprechen.“ Die Feuerwehren bleiben unabhängig, müssen aber im Falle eines grenzüberschreitenden Brandes leichter im jeweiligen Gebiet zusammenarbeiten können.
Intelligente Kameras
Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist der Einsatz intelligenter Kameras. Diese sollen Rauch oder beginnende Brände schnell erkennen. Laut Brouns sind bereits zehn Kameras in den Wäldern der flämischen Provinz Limburg im Einsatz. Dem Minister zufolge reicht das nicht. Er beabsichtigt, im Rahmen der flämischen Haushaltsverhandlungen im September, zusätzliche Mittel für die Anschaffung weiterer Kameras zu beantragen.
Nach Abschluss der Pilotprojekte werden die Ausrüstung und die Zusammenarbeit evaluiert. Anschließend kann das Projekt auf andere Gebiete ausgeweitet werden.
