Flanderns Landesminister für Denkmalschutz, Ben Weyts (N-VA, flämische Nationaldemokraten) kündigte im Rahmen der Vorstellung der diesjährigen Tage des offenen Denkmals in Kortrijk (Westflandern) an, dass das dortige Bahnhofsgebäude unter vorläufigen Schutz gestellt werde. Lange Zeit befürchteten Denkmalschützer, dass dieses Gebäude aus den 1950er Jahren der Spitzhacke zum Opfer fallen sollte. Kortrijk ist Zentrum des TdoD in Flandern. Dieses Jahr widmet sich das Event unter dem Motto „In guten Händen“ den zahllosen Ehrenamtlichen, die Kulturerbe betreuen, und der Expertise, die dazu notwendig ist. Rund 500 Locations sind dieses Jahr hier kostenlos zu besuchen.
Kortrijk ist Zentrum der Tage des offenen Denkmals in Flandern – Dort wird auch das Bahnhofsgebäude unter Schutz gestellt
Die Restaurierung dieses klassischen belgischen Bahnhofsgebäudes aus den 1950er Jahren hat seit Jahren Verspätung. Während das gesamte Umfeld des Bahnhofs von Kortrijk inzwischen modernisiert und den heutigen Bedürfnissen angepasst wurde, lassen die Arbeiten am Gebäude an sich auf sich warten.
Grund dafür war die Frage des Status des Bahnhofsgebäudes, für das schon die Abrissgenehmigung vorlag. Doch diese wurde von flämischen Denkmalschutzamt 2024 zurückgezogen.
Jetzt kündigte Denkmalschutzminister Weyts an, dass das Gebäude unter vorläufigen Schutz gestellt wird: „Kulturerbe-Vereinigungen drängen schon langer auf einen Schutz, denn dieser Bahnhof ist ein einzigartiges Beispiel für den monumentalen Klassizismus der Nachkriegszeit.“
Vorerst also genießt der Bahnhof von Kortrijk vorläufigen Schutz. Laut Weyts erfolgt die offizielle Anerkennung im Dezember dieses Jahres.
Tage des offenen Denkmals
Der Tag des offenen Denkmals 2026 in Flandern findet am Sonntag, den 13. September statt (und in einigen Regionen oder Ländern am gesamten Wochenende vom 12. bis 13. September).
Wie in den Vorjahren orientiert sich das belgische Bundesland Flandern am europäischen Motto der Tage des offenen Denkmals. Dieses Jahr lautet es: „Gefährdetes Kulturerbe: Wiederbeleben, Widerstand leisten, neu gestalten“. Unter dem Motto „In guten Händen!“ rückt Flandern die vielen Menschen und Praktiken in den Vordergrund, die das Kulturerbe schützen, pflegen, restaurieren und für die Zukunft bewahren.
Fast jedes Denkmal war einst in einem schlechten Zustand, beispielsweise durch Krieg, Feuer, Verfall oder Leerstand. Auch heute noch gibt es große Herausforderungen wie veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse, Klimaanpassung und hohe Instandhaltungskosten. Doch der flämische Kulturerbe-Sektor verfügt über vielfältige Möglichkeiten.
Das flämische System
In Flandern existiert ein umfassendes System zur Erfassung und zum Schutz des Kulturerbes. Restauratoren, Ehrenamtliche, Architekten, Forscher, Manager, Behördenvertreter und Anwohner widmen sich dieser Arbeit täglich. In den Bereichen Prävention, Instandhaltung und nachhaltige Restaurierung gibt es umfangreiches Fachwissen. Innovative Projekte, Umnutzungen und Neubewertungen eröffnen neue Zukunftsperspektiven.
Anlässlich des Tages des offenen Denkmals stellt Flandern all dieses wertvolle Wissen, die Techniken und die Sorgfalt in den Mittelpunkt. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Lernen Sie die Menschen kennen, die sich um unser Kulturerbe kümmern – von Architekten und Handwerkern über Eigentümer bis hin zu ehrenamtlichen Helfern. Sie heißen Sie herzlich willkommen in den Denkmälern, die sie betreuen. Über 500 Denkmäler öffnen an diesem größten eintägigen Kulturereignis ihre Pforten.“
Das vollständige flämische Programm finden Sie auf der Website zum Tag des offenen Denkmals in Flandern . Auch in der Wallonie und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien finden am kommenden Wochenende die Tage des offenen Denkmals statt. In der Region Brüssel-Hauptstadt wird dieses Event auf das Wochenende danach gelegt, passend zur Woche der Mobilität und zum autofreien Sonntag.

